Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1867)
- Article
- Die deutsch-israelitische Gemeinde in Hamburg
- Date
- 1867-01-01
- Page
- 129 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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129 j&te deutsch-isr. Gemeinde in Hamburg. aus der Gemcindekaffe mit erhalten eigentlich als ein Gemeindet»- stitut anzusehen ist und die im Jahre 1858 gegründete israelitische ״höhere Bürgerschule". Diese ist eine von Privatleuten errichtete Realschule, welche aus dem Standpunkte des historischen Judenthums stehend, sich während der kurzen Zeit ihres Bestehens zur schönsten Blüthe entfaltet hat. Das Armeuwesen der Gemeinde mit etwa 70,000 Mark jährlicher Ausgaben begreift außer der Armen-Anstalt iin enger» Sinne und dem Krankenhanse noch die Beerdigung der Armen, die Verpflegung armer Durchreisender und die Versorgung der Armen mit Mazzoth und wird von einem aus 23 Personen bestehenden Sollegium musterhaft verwaltet. Die Unterstützungen bestehen in Wochengeldern, momentanen Gaben und Bewilligungen für verschämte Arme und Hauskranke. In geeigneten Fällen werden neben oder statt der Unterstützung von der Armenanstalt Bürgschaft bei der Vorschuß»!!- stalt geleistet. Die Hauskrankenpflcge wird durch zwei Aerzte und einen Wundarzt besorgt. Das Krankenhaus ist berühmt wegen seiner großartigen und zweckdienlichen Einrichtung. Bekannt ist, daß der 1843 verstorbene Salomon Heine 123,000 Mark Banks zur Herstellung desselben beitrug, in Folge dessen das Giebelfeld dessclben die Inschrift ״Krankenhaus der Deutsch-Israelitischen Gemeinde, der sel. Frau Betty Heine, geb. Goldschmidt zum Andenken erbau von ihrem Gatten Salomon Heine". — Es ist bet der Armenvcrwaltung ein in ächtreligiöser Anschauung wurzelnder Grundsatz, daß die gewöhnlichen Bedürfnisse der Armen durch die ordentliche Befteuerung der Vermögenden herbeigeschafft werden müssen, und daß alle außergewöhnlichen Spenden auch auf außergewöhnliche Weise zu verwenden find. Der ״Waisenpfiegeverein" besitzt ein Waisenhaus und werden die von demselben nicht versorgt werden könnenden Waisen Seitens der Gemeindearmenanstalt bei rechtschaffenen Familien untergebracht. Der ״Verein der jungen Armenfreunde" liefert de» Bedürftigen regelmäßig Brod und Suppe. Die ״Vorschuß-Anstalt" leiht zinslos, nur gegen eine sehr geringe Gebühr zu den Verwaltungskosten Beträge bis zu 500 Mark gegen Abzahlung von V2 Schilling pro Mark wöchentlich, Beträge von 500 bis 1000 Mark gegen Abtrag von 25 Prozent vierteljährlich und ging ursprünglich aus der Ar- 9