Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1867)
- Article
- Aus der Jugendzeit der "Reform"
- Date
- 1867-01-01
- Page
- 124 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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124 Aus der Jugendzeit der ״Reform". spiele vorangehen werden, indem man jedes Dawiderhaudä'n oder sonst Unzufriedenheit verrathende Benehmen gegen diese, auf's Beste des Ganzen berechnete Maßregel als die Handlung eines seine Wichtcn nicht bedenkenden Mannes betrachten würde, der dem Zutrauen des Consistoriums zu entsprechen sich nicht befleißigen wollte." ״Wir erneuern Ihnen die Versicherung unserer Hochachtung Königlich Westphälisches Conßstorium der Israeliten. Jacobsohn. Also weil jüdische Soldaten angeblich nur wenig Mazzot cmpfangen und sich mit Anfragen an das Consistorium behufs Geftattung des Genusses von Hülsenfrüchten am Pcßach oder ״Ostern", wie das Hochwürdige Consistorium sich anszudrücken beliebt, gewandt haben sollen, darum hat dieses diesen Gegenstand ״genauer" in Er- Wägung gezogen und gefunden, — daß mau überhaupt bislang ״unmöglich" wirklich Mazzot Herstellen konnte!! — Aber ״nicht nur" dieses, sondern auch weil die Anschaffung von Mazzot die Vcrmögenskräste der Unbemittelten übersteigt — darum ״verschafft" das Consistorium ״den israelitischen Glaubensgenossen eine Erleichterung in dieser Hinsicht" und erklärt den Genuß von Hülsenfrüchten am Peßach für gestattet. Ja hierbei bleibt cs tu seiner vberhirtlichen Fürsorge nicht stehen, sondern gebietet allen Rabbinen nicht nur diese Wohlthat allen Gemeinden bekannt zu machen, sondern selbst mit dem Beispiele des Genusses dieser Nahrungsmittel voranzugchcn bei Strafe der allerhöchsten Unz nfriedenheit, ״indem man jedes dawiderhandelnde, oder sonst Unzufriedenheit verrathende Benehmen", ״als die Handlung eines seine Pflichten nicht bedenkenden Mannes betrachten würde, der dem Zutrauen des Consistoriums zu entsprechen sich nicht befleißigen wollte," also wohl mit Strafe der Dienstentsetzung ü —Es verdient hervorgehoben zu werden, daß es eine Leichtfertigkeit ist zu behaupten; der Unbemittelte müsse am Peßach Hunger leiden. Wenn immer, so ganz besonders am Peßach konnte und kann noch heute in allen nur noch einigermaßen ״frommen" Gemeinden ein jeder Jude auskommlich leben und an keinen Tagen im Jahre bewährte und bewährt sich die jüdische Wohlthätigkeit so wie am Peßach. Eine Bosheit aber ist es zu insinuiren, als ob durch die große Menge von Mazzot bei deren Bereünng ״cs unmöglich ist" Chamez zu vermei-