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Jeschurun · 1866-12-01 · Heft 3 (Dezember 1866) · p. 76

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 3 (Dezember 1866)
Article
Die fünfzehn altjüdischen "Aufwärts"-Lieder
Date
1866-12-01
Page
76 (sequence 4)
Language
German
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76 Die fünfzehn altfüdisihen ״Uufwcirts"-Lieder. dieser Ankündigung, das Buch dieses ״Bundes", war, durch -esönderi Gottesfügung, in die Hände aller der Völker gekommen, unter die er es verwies, und die sich, mit diesem Bruche iü der Hand als die Werkzeuge der Gottesverheißung, als die Vollstrecker seines Geschick bestimmenden Willens betrachten konnten, und sich leider nur zu sehr als solche betrachtet haben. Und wenn nun dieses Buch die Quelle der Erleuchtung und Erhebung, die Quelle der Gesittung Und Tröstung für Alle geworden ist und werden sollte, in deren Hände es kam, und die Basis ihrer Gotteserkenutuiß, ihres ״Gottes-Glaubens", wie sie es nannten, bildete: so war jeder Jude, für die Denkenden unter ihnen, das lebendige Zeugniß und Jnsiegel der Göttlichkeit der ״Schrift", die ihnen zum Boden all ihrer Tröstungen uüd Hoffnungen geworden. Sie hatten die Saat der ״Gottesfrucht" zu streuen, und durch ihr Beispiel zu zeigen, wie der Gott jenes ״Bundes" kein Gott der Tempel und Altäre, kein Gott der Priester und Opfer sei, mit denen die heidnische Welt ihren Göttern zu genügen vermeinten; daß vielinehr der Gott jenes Bundes ein Gott des Menschcngetstes und Herzens, ein Gott der Menschen-Nede und That, des Menschen-Wollens und Vollbringens, des Menschen-Strcbens und Geuießens, der Menschen-Familte und Gesellschaft sei; daß ״Ihn Verehren": ״Ihm Gehorchen" bedeute, und er nicht in Tempeln und an Altären, sondern in Häusern, an Wiegen, am Tische, im Familien- und Geschäftsleben, zu Hause und auf Reisen, in der stillen Kammer der vereinzelten Zurückgezogenheit wie auf dem Markte der geschäftigsten Oeffentlichkcit, durch opferfreudige Hingebung und Gestaltung alles innercn und äußere», Einzeln- und Gesammtlebens seine Verehrung erwarte. Sie hatten damit zugleich die Saat der ״irdischen Gottseligkeit" zu streuen, hatten durch ihr Beispiel zu zeigen, welch eine Befriedigung des Menschen-Geistes und Gemüthes, somit welche Heiterkeit des Daseins, welche Glückseligkeit ein solches in Gottesfurcht aufgehende Leben schon hier aus Erden und inmitten so vieler irdischen Verkümmerung zu gewähren vermag, und wie der wahrhaft Gottesfürchtige mit seinen Hoffnungen und Tröstungen nicht erst aufs Jeuseits hingcwiescn ist, sondern mit dem Altäre, den er seinem Gotte in seinem Herzen und seinem Hanse errichtet, der Gottesherrlichkeit

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