Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1866)
- Article
- Die fünfzehn altjüdischen "Aufwärts"-Lieder
- Date
- 1866-12-01
- Page
- 75 (sequence 3)
- Language
- German
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7. Die träumenden Säer. 75 Hohn Israels. Loos bis zUin Augenblick der Erlösung bleiben: jede Thräne die Israel weint, ist eine Saat, ausgestreut in den Schooß der Zukunft, aus welcher die heiterste Menschheitärndte für Israel und die Menschheit erblüht. In ״Jisreel" ward ״Jiffrael's" Name verwandelt, zur ״Gottes-Saat" ward der ״Gottes-Sieger", als Gott nicht zu irdischem Sieg, sondern zu irdischem Leid sein Volk in die Verbannung streute. Ihnen unbewußt, im Traum ihres Galuth befangen, waren und sind sie die Sämänner der Gotteösaat in Mitte der Völker, wohin Gott sie gestreut. Sie hatten die Saat-des ״Idealen" zn streuen, und durch ihr Beispiel zu zeigen: daß es ideelle Güter gebe, für die ein Volk bereit sein könne Alles einzusetzen, was sonst an realen Werthen Stab und Zuversicht der Menschen und Völker bildet. Leben und Freiheit, Besitz und Ehre, ja bis auf das nackte Recht auf Besitz und Ehre, Freiheit und Leben, hatten sie Alles preisgegeben für ein unsichtbares, untastbares Gut, das in dem Register des Staatshaushaltes dee Völker keine Stelle hatte. Wie oft war die Versuchung an sie hinan getreten, zeigte ihnen den glänzenden Weg offen zu allen Bürger-Rcchten und Bürger-Ehren, zu allem Bürger-Glück und Bürger- Glanz, den sie mit Einem Worte des Abfalls zu betreten vermöchten, und zeigte ihnen daneben all' den Hohn und die Erniedrigung, alle die Entsagung und Entbehrung, alle die Verfolgung und Beschränkung, alle das Elend und den Jammer, die ihr und ihrer Kinder Loos für alle Zeit verblieben, so sie in ihrer thörichten Hartnäckigkeit verharrten. Sie wählten die Noth und den Jammer und blieben treu. Sie hatten die Saat der ״Gvtteserkenntniß" zu streue». Fingerzeig göttlicher Waltung, Denkmal und Beweis der Gottesgegenwart in der Geschichte und dem Geschicke der Völker ward die Judenheit, ward jeder einzelne Jude durch sein Dasein und durch Das, was er litt und erfuhr unter den Menschen, für die Menschen, unter denen er es litt und erfuhr. Schon vor Jahrtausenden, schon an der Wiege dieses Volkes, war ihm diese Zerstreuung mit allem Herbsten des Galuth-Geschickes, zugleich aber auch seine "״אף גם זאת, seine ״demungeachtet" im Gottesbunde gesicherte Erhaltung in Mitten aller dieser Herbsten der Leiden angekündigt. Und das Buch b»