Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1866)
- Article
- Die fünfzehn altjüdischen "Aufwärts"-Lieder
- Date
- 1866-12-01
- Page
- 74 (sequence 2)
- Language
- German
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74 Die fünfzehn altjüdifchen ״Aufwärts"-Lied er. 3. Großes hat Gott immer an uns gethan: Wir sind heiter geblieben! 4. Wende Gott unsere Verbannung Wie Springquellen im Süden! 5. Die in Thränen säen Werden in Jauchzen ärndten. 6. Gehe er immer hin und weine, Der den Strich der Aussaat trägt, Er kommt, kommt heim mit Jauchzen, Tragend seine Garben. 1. Wie dem Träumenden, in einer Welt seiner inner« Gebilde besangen, die äußere Wirklichkeit entgehet, so spinnen die Jahrhunderte des Galuth-Leidens Israel in sein eigenes Stillleben ein. Es merkt nicht die Veränderungen, die um es Vorgehen, noch weniger den bedeutenden Antheil, den es selbst, ihm unbewußt, mit seinem gegensätzlichen Ansharren im Leid, an den fortschreitenden Umwandlungen der Zeiten hat. Erst wenn Gott seine Zerstreuten wieder nach Zion sammelt, erwachen sie wie aus dem Traum und gewinnen ein ganz anderes Bewußtsein von der Bedeutung der Jahrhunderte, die über ihnen hingegangen, von dem, was diese Jahrhunderte ihnen, was sie mit ihnen der Menschheit gewesen. 2. 3. Aber auch die wache Menschheit um sie hat kein Bewußtsein von der Seligkeit im Weh, von der Heiterkeit in Thränen, die dieses Traum-Geschick Israels während seiner Leidcnsjahrhunderte charakterisirt. Freilich, wenn sie die lachende Freude, das jauchzende Glück gewahren, zu welchen die zur Erlösung Geweckten erstehen, ringt ihnen das Außerordentliche dieser Erlösung das Geständniß ab, daß Gott Großes an diesen so Lang- und Schwergeprüften gethan. Allein von dem Großen haben sie keine Ahnung, das Gott während der Zeit all dieser langen und schweren Prüfung an uns gethan, haben keine Ahnung von der Wundergröße der Gottcskrast, die uns mitten in diesen langen und schweren Prüfungen geistesfrisch und heiter zu erhalten wußte. 4. 8. Mag darum immerhin die Erlösung nicht allmälig, 111a׳ sie immerhin ״wie Spriugquellen in sonndurchglühtem Sande", pl' ׳ ltch und unerwartet eintrete», mag immerhin, ungemildcrt, Druck