Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 2 (November 1866)
- Article
- Risse
- Date
- 1866-11-01
- Page
- 67 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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67 ־ ־ . MKM- Bon S.., halte ihn auch gleich aufmerksam gemacht, daß es unumgänglich sei, sich von den Brüdern zu separiren. Anfangs hatte der schwache Mann allerdings davor gebebt, das würde nicht nur den Spott und Hohn, das konnte gar leicht ernstliche Anfeindungen von Seiten der Brüder zur Folge haben. Aber er mußte doch die Unmöglichkeit zugeben, in anderer Weise sein Gelöbniß zu halten und das galt ihm heilig — Wenn auch mit heimlichen Zittern, hatte er sich doch bereits entschlossen, Philipp von seinem Entschlüsse in Kenntniß zu setzen. Dieser blickte ihn groß an und schien im ersten Augenblick an seinem Verstände zu zweifeln, denn eS war zum ersten Mal im Leben, daß er von seinem Bruder einen ernst und gewissermaßen sogar energisch ausgesprochenen Willen vernahm. Der Entschluß selbst war den Brüdern nichts weniger als willkommen, setzt mußte Rosa ihr Erbtheil erhalten, und wenn nun auch Jakob noch das seine aus dem Geschäft ziehen wollte, so wurde das Betriebskapital mit einem Mal beinahe um die Hälfte verringert. Philipp und Louis sparten daher weder Ucbcrredrmg noch Spott um Jakob in seinem Borhaben wankend zu machen, aber Viktor, der gerade .anwesend war trat mit aller Energie auf die Seite seines schwachen Schwagcrs und die Brüder konnten sich nicht länger weigern. Viktor, durch Rosa von Zda's Verhältnissen und Wünschen in Kenntniß gesetzt, war allerdings gleich bereit sich mit Wärme ihrer Sache anzunehmen, aber er hielt es gerathen, bevor er sich direkt an Philipp wandte, über dessen augenblickliche Verhältnisse Ei'knndtgungen einzuzichen. Von seiner Schwiegermutter war wenig zu erfahrcu, er wandte sich daher au Friedhcim, von dessen Diskretion er überzeugt sein konnte. jj& ״Lieber Herr Blum," versetzte dieser, ״ich hätte gewünscht Sie hätten mich das nicht gefragt, denn was soll ich Ihnen sagen?" v ״Ich frage nicht aus Neugier," entgegnete Viktor, ״sondern um Interesse der Frau meines Schwagers, die sich augenblicklich in meiner Familie befindet." ״In Ihrer Familie ist sic jetzt?" wiederholte Friedheim den Kopf schüttelnd, ״na, das freut mich wenigstens — Arme Frau -- Aber wenn ich so frei sein dürfte danach zu fragen, ich bitt' Sie, was macht sic eigentlich?" ״Ich weiß, daß ich mich auf Ihre Verschwiegenheit verlassen