Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 2 (November 1866)
- Article
- Risse
- Date
- 1866-11-01
- Page
- 52 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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52 Riffe. wird er Hausherr, und mein prächtiger Edmund hat doch recht, er darf's doch noch nicht essen." Und dem Knaben sich ״ähernd, legte er beide Hände aus dessen Haupt und sprach ״Gott segne dich mein lieber Sohn", dann ging er in's andere Zimmer, um den Kranken von dem Benehmen seines Enkels i» Kenntniß zu setzen. Und wieder umleuchtcte es mit warmen Glanze in des Groß- Vaters Auge und wieder drückte er mit glücklichem Lächeln der Tochter Hand- Der Abend schritt vor, Edmnnd mußte sich zur Ruhe begeben und die Eltern drängten auch Rösa sich niederzulegen. Aber diese, obgleich in der ersten Stunde Freude sie durchdrungen, da sie den Vater viel besser getroffen als sie es erwartet hatte, so gewahrte sie doch bald an manchen Aeußerungen, manchen Zeichen, daß dieses Wohlbefinden nur momentan eingctreten, gar leicht nur ein letztes Aufflackern der schon verlöschenden Flamme sein könne. Sie konnte cs nicht über sich gewinnen, den Vater auch nur ans einige Minuten zu verlassen, und man mußte es ihr endlich gestatten, daß sie die Nacht in! Fautcntl an! Bette des Kranke!! zubrachte. — Die Nacht ve ging in dessen ruhiger als sie gefürchtet hatte. Ihre Hand ruhte noch immer in denen des Vaters, zuweilen ׳ schloß sie die Augen, um den Kranken zum Schlaf aufzusordern^- aber nicht so bald vernahm sie die regelmäßigen Athemzüge d^s ruhig Schlummernden, als sie die Auge» wieder öffnete und nnu keinen Blick mehr von! Vater verwandte. Sie wagte kann! zu athmen — den Wärter, der gewöhnlich Nachts bei dem Kranken zu wachen Pflegte, hatte sie gleich Abends in's Vorzimmer geschickt. Dort schlief auch er längst, aber den Augen der Tochter nahte kein Schlaf — Alles war still, nur das Picken der Wanduhr unterbrach das Schweigen der Nacht, doch alle Viertelstunde, wenn die Uhr durch Schlagen die Zeit verkündete, dann stockte Rosa's Herzschlag, weil sie stets fürchtete dm Schlafenden gestört zu sehen. Aber er schlummerte ruhig fort, bis endlich der Morgen anbrach — Rosa athmete hoch ans, sic wähnte das Aergste schon überwunden, denn der Kranke, der eben erwacht, schien durch den rnhigen Schlaf, den er seit Wochen entbehrt, sichtlich erquickt. Der Tag schritt vor, die Besserung schien anzuhalten, hoch Rosa