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Jeschurun · 1866-11-01 · Heft 2 (November 1866) · p. 51

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 2 (November 1866)
Article
Risse
Date
1866-11-01
Page
51 (sequence 10)
Language
German
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Von «... 51 kampf zu zucken schienen? Und nun umspielte sie ein unaussprechlich glückliches Lächeln. Die Hand der Tochter, die die Mutter nun auch umarmte, hielt er mit seinen Händen umschlossen, sein Wonnestrahlendes Antlitz wandte er von der Tochter nur, um dem Enkel freundlich zuzulächeln. Frau Schwarz begab sich hinaus, für die Bewtrthung ihrer Gäste einiges anzuorvnen, als sie nach einigen Minuten zurückkehrte, traf sie Vater und Tochter in inniger Unterhaltung vertieft. Edmund aber stand am Pfeiler zwischen den Fenstern, sein kleines Gebetbuch in der Hand, verrichtete er das Nachmittaggebet. Sie winkte ihrem Gatten, aus den Betenden deutend, der nach dreißigstündiger Reise an Nichts eher dachte als seiner Pflicht zu genügen. Zn des Großvaters Auge sammelte sich eine Thräne, er drückte die Hand seiner Tochter, ״mein Leben ist doch kein ganz verfehltes," flüsterte er. Als der Knabe sein Gebet geendet, bat Frau Schwarz ihn und seine Mutter in's anstoßende Zimmer ihr zu folgen, um einige Erfrischungen zu nehmen. Rosa dankte, sie fühlte sich noch nicht im Stande etwas zu genießen. ״Aber Edmund ist schon seit einer Stunde hungrig," fügte sie hinzu. Großmutter und Enkel gingen hinein, wo die dampfende Chokolade, umgeben von ' mehreren Sorten duftenden Backwerks, einen gar einladenden Anblick gewährte. Edmund aber bat die Großmutter um eine Wassersemmel, denn von aller» was auf dem Tische sich befinde, könne er nichts genießen, da er vor kaum zwei Stunden den letzten Rest ihres Fleischvorraths zu sich genommen. Frau Schwarz war unangenehm überrascht, einen derartigen Einwand hatteste nicht vorhergesehcn, sie versuchte indessen den Knaben zu überreden, daß man nach einer so großen Reise, es mit dergleichen nicht so genau zu nehmen habe, doch Edmund blieb fest und wiederholte nur seine Bitte um ein Stückchen Brod ״Wer wird aber nur so übertrieben sein, Edmnnd," sprach die Großmutter, ein wenig ungeduldig, ״da lobe ich mir die goldene Mittelstraße." ״Ich bitt' Sic, liebe Madame Schwarz, fiel Frtedheim ein, der bisher der Unterhaltung nur schweigend gefolgt war, ,,reden Sie so nicht ihm zu; es heißt, der Jezer hara geht nicht seitwärts sondern in der Mitte der Straße, erst tritt er als Gast in's Haus und dann 4^

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