Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 2 (November 1866)
- Article
- Risse
- Date
- 1866-11-01
- Page
- 46 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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46 Risse. ״Brief von W. ist gekommen, und das dortige Haus wäre auch ntchj abgeneigt die Partie zu übernehmen, aber unser Korrespondent in N. berichtet — ״Laß gut sein mein Sohn," unterbrach ihn der Vater, mühsam und langsam jedes Wort fast hervorstoßend, ״handelt nach eigenem Ermessen — ich kann — um Geschäfte — mich nicht mehr kümmern." Erschöpft hielt er tnne. ״Sehr wohl Vater," erwiederte Philipp, ״mir scheint, du hättest dich längst nicht mehr darum zu kümmern brauchen." Der Kranke stöhnte schmerzlich. ״Es wird nun bald ganz euer sein — denn mit mir — geht's zu Ende — bald, sehr bald." Frau Schwarz warf sich weinend über ihn. ״Sprich' nicht so lieber Mann, du bist ja nicht so schwer krank, du wirst gewiß bald genesen." Er schüttelte mit Anstrengung das Haupt. ״Meine Stunden — sind gezählt — ich bin bereit — wenn nur Rosa noch käme ״-־ Er seufzte schwer. ״Aber mit euch — muß ich noch reden -- mit dir Philipp -7 und mit deinen Brüdern — ihr müßt — ein Versprechen — mir geben — damit ich ruhiger — sterben kann. — Rufe Jakob und Louis." ״Hat denn das so große Eile?" fragte Philipp thetlnahmlos. auf den Sterbenden blickend, ״sie sind im Comptoir beschäftigt nnd ich habe durch deinen Schlaf schon so lange hier verweilen müssen, soll denn das ganze Geschäft —" ״Rufe sie — rufe sie!" ״Philipp rührte sich nicht. ״So bleibe hier," bat die Mutter, ״ich hole indessen die Andern." Sie eilte hinaus. Philipp ließ sich in den Fauteuil gleiten mit den Fingern der einen Hand aus die Seitenlehne trommelnd war er mit der andern eifrigst bemüht die Spitze seines Moustache, zu drehen. Dem Kranken sanken die Augen zu, er athmete schwerer und schwerer