Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1866)
- Article
- Risse
- Date
- 1866-10-01
- Page
- 28 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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28 Risse. ״Liebe, werihgeschätzte Madame Blum! Entschuldigen Sie mir, daß ich mir die Freiheit nehme Ihnen zu schreiben, aber ich habe heute von Ihrer lieben Frau Mutter gehört, daß Sie von Nichts wissen, und Sie kennen mir ja und wissen, daß es auf der ganzen Welt keinen Menschen gibt, der es mit Ihnen, liebe Madame Blum und mit Ihrem Herrn Vater so gut meint wie ich, und darum habe ich mir auch die Freiheit gegenommen, an Ihnen zu schreiben. Aber nun vor Allem mochte ich Sie nur um Eines bitten, meine liebe verehrte Madame Blum, erschrecken Sie nicht, wenn ich Ihnen berichten muß, daß Ihr lieber Vater seit einiger Zeit unwohl ist. Aber ich glaube ganz gewiß, wenn Sie nur werden hierher kommen, und mit ihm reden, so wird ihm wieder ganz gut sein. Und nun das habe ich Sie bitten gewollt, meine liebe Madame Blum, denn ich macht Ihren Vater gerne bald wieder frisch sehen, und weil ich das gerne sehr bald mochte, so möchte ich Sie sehr bitten kommen Sie sehr bald her. Denn wenn Ihrem lieben Vater auch nichts Arges ist, so wäre es doch besser es wäre ihm , gar nichts, und es wird ihm nichts weiter sein, wenn er Sie nur sehen wird, denn Sie wissen ja was er ans Ihnen hält. Aber nun bitt ich Sie noch einmal gar sehr, machen Sie sich nur ja und ja keine Angst, denn es wird alles gut werden, wenn Sie nur Herkommen, das könnt ich Ihnen zuschwören. Wenn Sie wollten, könnten Sie gleich abreisen und brauchte» nicht einmal erst an Ihren lieben Herrn Gemahl zu schreiben, denn ich habe ihm jetzt eben geschrieben, daß ich an Ihnen werd schreiben, und auch was. And nun leben Sie wohl, meine verehrte Madame Blum und entschuldigen Sie mir, und machen Sie sich vor Allem nur keine Sorge. Und da fällt mir noch etwas bet, mir scheint ich Hab gehört, daß Ihr ältester Sohn bei Ihnen ist, wenn das ist, so bringen Sie ihn doch mit, der Edmund ist so'n prächtiger Junge und Ihr lieber Vater hält so viel aus ihn. Und nun bitt ich Sie, grüßen Sie mir Ihre Frau Schtvägerin, Madame Schwarz ich hoffe, daß es ihr besser geht, gestern bin ich ihre beide Kinder begegnet, sie sehen recht frisch aus.