Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1866)
- Article
- Die fünfzehn altjüdischen "Aufwärts"-Lieder
- Date
- 1866-10-01
- Page
- 8 (sequence 8)
- Language
- German
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8 Die fünfzehn altjüdischen ,׳,Aufwärt8"-Lieder, der Weihe habe, als Gott, — daß jedes Haus von Gott gebaut und für Gott gebauet werde, und alle Häuser zusammen Ein Gottes-Haus zu bilden haben, in welchem Sein Segen sichtbar werde und Sein Wiste zur Erfüllung komme, das sind einige Gedanken- Tone des nimmer in seiner ganzen Tiefe zu erschöpfenden Wortes, das der jüdische Volkesvater sprach als er am Stein auf kahler Heide Gott gelobte: der Stein soll dein Haus werden, und Alles, was du mir gtcbst — deinen Beistand, deinen Schul), das Brod, das Gewand, der Frieden und die Famtlienfreude — ich gebe es dir geweiht zurück — Und 2. ״Jeruschalem" heißt dieser GotteS-HauS-Gedanke zum nationale» Ideale eines Volkes erweitert. ״Schalem" so lautet ein deutendes Wort der Weisen, ״vollendete Wohlfahrt" war das Ideal, in welchem Schem, der Hohepriester der Nvachiden das Zukunftsbild der Menschheit erblickte. Abraham aber, der ״Aufschwungsfittig des Völkergcwoges" sprach sein Ideal als ״Jireh", als ״Gottes Schauen" aus. Das von Gottes Waltung der Menschheit bestimmte Ziel umfaßt beide Anschauungen innig vereint, es heißt: ״die unter Gottes Auge ar. ,lühende vollendete Menschenwohlfahrt", die höchste Blüthe vollendeter Menschenzustände, die überall sonst nur in den unbefriedigten Wünschen noachidischer Sehnsucht leben, gezeitigt unter dem Strahl des abrahamidischen Geistes eines sich ganz Gottes Auge unterstellenden und unter Gottes Auge vollendenden Lebens — Jeru-Schalem: ein Gott-Schanen, das sich in Menschen- und Völker-Wohlfahrt verkörpert, eine Menschen- und Völker-Wohlfahrt die nur im Gott-Schauen wurzelt, das ist der ״Haus-Gottes-Gedanke", mit welchem Jeruschalem den Völkern voranlcuchten sollte. ״Still standen" — so feiert der Sänger die Rückerinnerung an Jeruschalem's Blüthetage — ״still standen unsere Füße in Jeruschalems Thoren". Schon der Anblick der Stadt hielt unsern Fuß gefesselt, wenn wir ihre Thore betraten. Schon durch ihre Bauart kündigte sie sich als eine Stadt an, die, 3, nicht zur Peripherie eines andern Mittelpunktes gehörte, sondern, die ״ganz mit sichrereinigt", ihr Centrum in sich selber trug. Concentrisch gruppirte sie sich um einen Höhe-Mittelpunkt, zu dem hinan man sich mit dem ersten Betreten der Thore gewiesen sab. ״Denn dort," 4, — es heißt hier: schäm, und nicht: schammab,