Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1866)
- Article
- Die fünfzehn altjüdischen "Aufwärts"-Lieder
- Date
- 1866-10-01
- Page
- 7 (sequence 7)
- Language
- German
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3. Das Ideal. 7. 4. Denn dort zogen Stämme hinauf, Stämme Gottes, Hinan zum Zeugniß für Israel, Dem Namen Gott zu huldigen; 5. Denn dorthin standen Stühle für den Rechtsspruch, Stühle für Davids HauS. 6. Fraget nach Jerusalem's Frieden, Der Zukunft sicher ist, wer zu deinen Freunden zählt. 7. Set in deinem Weichbild Friede, Zuversicht in deinen Schlössern! 8. Um meiner Brüder und Genossen willen Mochte ich Frieden dir anwünschen, 9. Um Gottes, unseres Gottes Hauses willen Mochte ich Gutes für dich erflehen. Das Verhaltniß des Menschen zu Gott, dem im vorigen Liede sein individueller Ausdruck geworden, hat Gestalt gefunden, die Lenkung des Menschengcschickes und die Leitung der Menschenthat hat einen nationalen Ausbau gewonnen, der als Ideal für die Menschheit ״Jerusalem" heißt, und dessen Bedeutung sich in dem Begriff ״Gottes Haus" concentrirt. Jenes Ideal und dieser Begriff ist die Kehrseite jener socialen Zustände, denen das erste Lied entfliehen möchte, der Friede, für den ihm dort keine Hoffnung keimte, er sindet ihn hier, und an die Verwirklichung dieses Ideals knüpft sich für ihn alle Hetleshoffnung für seine Brüder. 1. ״Haus Gottes" — ״Gott" und ״Haus", es war ein jüdischer Geist, es war der Genius des Stammvaters des jüdischen Volkes, der zuerst diese beiden Gedanken in dieser innigsten Verbindüng zusammen erfasste. Daß Gott seine herrlichste Offenbarungsstatte im menschlichen Hanse sucht, daß des Menschen Haus zu einem Hause Gottes werde, daß all' das Ringen und Streben, das Denken und Wollen, das Empfinden und Neben, das Schaffen und Genießen, das Menschlichste im Menschen, das sich in dem Ausbau eines Menschen-Hauses entfaltet, eine Verwirklichung von Gottes-Gedanken, eine Verkörperung göttlicher Ideale, somit ganz eigentlich die Saat und Ern die des Gottes-Waltens auf Erden werde, daß die Menschheit nichts Heiligeres habe als das Haus, und das HauS keinen andern Quell des Gedeihens und keinen andern Höhepunkt