Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 11-12 (August 1866)
- Article
- Die zwei letzten Abschnitte des Pentateuch [Rezension]
- Date
- 1866-08-01
- Page
- 374 (sequence 11)
- Language
- German
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374 Die zwei letzten Abschnitte des Pentateuch. Verf., daß ״ פרעgar nicht ״entblößen" bedeutet", durch welche sowohl der. in Sota 8 a. aus der angeführten Schriftstelle gefolgerten gesetzlichen Bestimmung, als dem nach Ketubot 72 a. aus jener Schriststelle resultircnden איסור דאורייתא, die Basis entzogen wird, ist daher selbst vom rein philologischen Standpunkte aus nicht zu rechtfertigen. Daß.aber in einer Arbeit, die einem Unternehmen dienen soll, das die Bekämpfung der antitraditionellcn Bibelauffassnng sich zur Aufgabe macht, Erklärungen Vorkommen, die sprachlich unrichtig sind und der jüdischen Gesetzestradition offenbar widersprechen, ist aus mehrfachen Gründen sehr zu bedauern. Zum Beweise, daß die erwähnte Stelle auch von Gelehrten, die der jüdischen Tradition ganz ferne stehen im Sinne derselben anfgefaßt wird, führen wir noch folgende das Wort פרע betreffende Erklärungen hier an: Professor Bertheau sagt in seiner Erklärung des Buches der Richter (Leipzig 1845) S. 83, daß פרע Num 5, 18 ״entblößen" bedeutet; Bunsen übersetzt in seinem Bibelwerke (Leipzig 1858) die erwähnte Stelle: ״und ihr Haupt entblöße", woraus ersichtlich ist, daß auch die Ansicht nichtjüdischer Bibelforscher hinsichtlich der Bedeutung dieses Wortes mit der in! Talmud niedergelegte!! traditionellen Gcsetzescrläuterung vollkommen übcreinstimmt. In der Anmerkung zu V. 43, dessen Anfang der Vers, ohne genügende Begründung mit: ״Stimmet Jubel an, Nationen, für sein Volk" übersetzt, sagt derselbe: ״Machet frohlocken S. V." würde ״den falschen Sinn geben, daß die andern Völker Israel Freude ״bereiten sollen, während sie doch (V. 21) zu seiner Bestrafung her- ״beigernfeu werden." Da unser Abschnitt außer der Schilderung der von Gott erwiesenen Wöhlthaten sowohl den Fall und die Strafe, als die künftige Wiedercrhebung und Erlösung Israels darstellt, ist dieser Einwand ganz unberechtigt; unsere Weisen sagten bereits im Sifri: גדולה שירה שיש בה עכשיו ויש בה לשעבר ויש בה לעתיד אנא׳ ״ ויש בה לעולם הבאBon hoher Bedeutung ist dieses Lied, dessen In- ״halt sowohl die Gegenwart (die Zeit des Galuth), als die Ver- ״gangenheit (die Blüthezeit des isr. Volkes) als die Zukunft (die ״Messiaszcit) als das Jenseits umfaßt." Wenn also dieses Lied, wie sich — selbst abgesehen von diesem AuSspruche unserer Weisen — bei einer aufmerksamen Vergleichung seines Inhaltes mit der Geschichte und den Verheißungen Israels ergibt, alle Phasen der Zei-