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Jeschurun · 1866-08-01 · Heft 11-12 (August 1866) · p. 369

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1865-1866)
Issue
Heft 11-12 (August 1866)
Article
Die zwei letzten Abschnitte des Pentateuch [Rezension]
Date
1866-08-01
Page
369 (sequence 6)
Language
German
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Von vr. I. Gugenheimer. Ztz9 tet". Diese Uebersetzung ist durchaus nicht zu rechtfertigen, da eS sowohl nach Sisrt z. St. als nach Megtüa 15 b., Sanhedrin 111 b., als nach der halachischen Stelle in der Mechiltha zu 2. B. M. 21, 22 seststeht, daß das Wort פליליפ keine andere Bedeutung, hat als ״Richter";אין פלילה אלא דייני. Diese Bedeutung des Wortes wird in der Mechiltha durch den Hinweis aus 5. B. M. 32, 31, 1. Sam. 2, 25 und t>on■ R. Moscheh b. Nachman durch den Hinweis auf Jecheskcl 16, 52, Ps. 106, 30 begründet. Die Prüfung der Gründe, um derentwillen der Verf. trotz der durch diese Schrftstellen erwiesenen Bedeutung des Wortes dennoch nicht mit: ״Richter" übersetzt, wird die Unhaltbarkeit der von ihm gegen die talmudische Erklärung des Wortes aufgestellten Etnwände erkennen lassen. Der erste Grund, den er ansührt, besteht darin, ״weil es den Erkl. große Mühe verursacht, damit einen ver- »ünftigen Sinn zu gewinnen." — Da der Verf. htemit doch zugibt, daß die Erkl. einen ״vernünftigen Sinn" gewonnen, müssen wir gestehen, nicht zu begreifen, wieso ihn seine Vermuthuug über die Mühe, die ihnen dies verursacht, dazu bringen konnte, die aus Thalmud, Mechiltha und Thargumim so deutlich zu entnehmende Bedeutung des Wortes aufzugebcn. Aber selbst wenn dem Hrn- Vers, die in Sifri und den Thargumim sich befindende Erklärung des Verses trotz ihrer Einfachheit nicht zusagen sollte, könnte hierin noch nicht die entfernteste Berechtigung zur Negirung einer so unzweiselhasten Wortbedeutung liegen. Wäre es rückstchtltch der Schwierigkeit, welche die Erklärung eines Verses bietet, gestattet, eine fichergestellte Bedeutung eines Wortes mit einer nach subjektivem Gutdünken gewählten zu vertauschen, so wären hiemtt die Gesetze der Hermeneutik durchbrochen und wäre der schrankenlosesten Willkür auf exegetischem Gebiete Thür und Thor geöffnet. Wer irgend einen Autor kommentiren und dabei den Anforderungen der Wissenschaft Rechnung tragen will, wird gewiß weit davon entfernt sein, bei einer schwierigen Stelle durch die Verwerfung einer lexikographisch sichergestellten und die Supponirung einer die Schwierigkeiten entfernenden Wortbedeutung sich der mit der Eruirung schwieriger Stellen verbundenen Mühe zuüberhcben, sondern wissen, daß die Erklärung einer schwierigen Stelle nur dann einen Werth hat, wenn unter 24

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