Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 11-12 (August 1866)
- Article
- Die zwei letzten Abschnitte des Pentateuch [Rezension]
- Date
- 1866-08-01
- Page
- 366 (sequence 3)
- Language
- German
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366 Die zwei letzten Abschnitte deS Pentateuch. V. 9 übersetzt der Verf. die zweite Vershälfte: ״Jakob der Landstrich seines Eigenthums". Daß das Wort דומי zuweilen die Bedeutung ״Landstrich" hat, ist allerdings bekannt; warum aber der Vers, in diesem Verse, in dem sich דומי auf Jakob bezieht, dasselbe mit ״Landstrich" übersetzt, und von der dem einfachen Schriftstnne vollkommen entsprechenden Erklärung des Sisri אין חבל אלא גורל abgeht, ist uns unbegreiflich; im Stfri selbst wird diese Erklärung durch den Hinweis auf Ps. 16, 6 הבלים נפלו לי מעימי׳ begründet; zum Beweise, daß an dieser Stelle das Wort חבל auch von solchen Sprachforschern, die gewiß nicht die geringste Rücksicht auf die Erklärungcn unserer Weisen nehmen, ganz im Sinne des Stfri aufgefaßt wird, führen wir die Erklärung des Prof. Olshausen hier an, der in seinem, Leipzig 1853 erschienenen, Psalmenkommentar sagt: חבלים״ wird allgemein von den Meßschuüren verstanden, ״deren man sich bei Aeckerverthetlungen bediente um die Grenzen ab- ״zustecken Zach. 2, 5, Anm. 7, 17; weil aber von diesen Schnüren ״nicht wohl gesagt.werden kann, sie fallen Jemandem zu, so sollen ״dieselben hier metonymisch für den abgesteckten Grundbesitz selbst ״stehen, dem hinterher durch das Loos sein Eigenthümer bestimmt ״wird. Das wäre allerdings nicht undenkbar, allein die Vergleichung ״des Ausdrucks משליך חבל בגורל Mich. 2, 5 läßt kaum zweifeln, ״daß man sich bet den Hebräern der Schnüre oder Stricke selbst in ״irgend einer Weise zum Loosen bediente und darnach wäre hier ״wahrscheinlich zu übersetzen: Loose (oder: die Loose) sind mir ge- ״fallen aufs Angenehmste." Hiedurch sind beide Erklärungen des Sisri sprachlich begründet. Auch Jbn Esra erklärt im Thorakommentare z. St. das Wort חבל im Sinne des Sisri, indem er sagt: חבל במו גורל• Da nun der Verf. unterließ, durch eine Anmerkung anzudeuten, welchem Sinne er durch seine Uebersetzung Ausdruck verleihen wollte, ist kein Grund ersichtlich, auf dem seine von der Erklärung des Sifrt abgehende Uebersetzung beruhen konnte. In der Anmerkung zu V. 10 sagt der Verf.: ״Unter dem ״öden Lande" verstehe ich Mizrajim, das wegen des Elends, das ״Israel darin erlitten, und andererseits wegen des ״wüsten" d. h. ״unfruchtbaren Götzendienstes, welcher, darin herrschte, solche Bezeich- ״nung verdiente, auch, weil wenige Menschen im edleren Sinne des ״Wortes da waren. Die Bewohner waren grausam wie ״Heulthiere"