Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1866)
- Article
- Die letzten zwei Abschnitte des Pentateuch [Rezension]
- Date
- 1866-07-01
- Page
- 327 (sequence 5)
- Language
- German
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Äon Dr. I. Gugcnheimer. 32? deutet ist, mit der Saat der Erkenntutß und That befruchten. Es kann auch auf Grund der bereits erwähnten Erklärungen in Sisri מה מטר חיים לעולם אף דברי חורה חיים לעולם und b. Bathra 25 a. ׳ערף כמטר לקחי זה רוח מערבית שבא מעורפו של עולם, wozu sich im Sifrt noch die Beifügung שכולו לברכת befindet,. keinem Zweifel UNterliegen, daß unsere Weisen den Vergleich mit dem Regen in diescm Sinne auffassten. Daß einige Erklärungen unserer Weisen auf der in הריגה liegenden Bedeutung des Wortes beruhen, steht hiemit nicht in Widerspruch; denn eben weil die Thora die im Menschen liegenden Keime des geistigen und sittlichen Lebens dem göttlichen Willen gemäß zu entwickeln bestimmt ist, darum kann ihre Uebertrctung oder eine mit unlauter« Absichten verbundene Beschäftigung mit derselben (עוסק בחורה שלא לשמה נעשית לו םם המל wie es Thaanith 7 a heißt) nicht ungestraft bleiben; darum gehört es zur Verwirkltchung des in der Thora liegenden Segens, daß Gott auch Richter und Rächer Seines Volkes ist. Wenn aber auch der Vers, das Wort לקחי nicht auf die ganze Thora sondern nur auf das Lied Mosche's beziehen wollte, obschon nach dem Talmud und Sifrt dieses Wort als Bezeichnung der Thora aufzufassen ist"), könnte dennoch ״Erschütterung desGcmüthes" nicht als die entsprechende Darstellung der durch die ״Lehre" beabsichtigten Wirkung betrachtet werden, weil auch dieses Lied wie die ganze Thora nicht an das Gemüth sondern an den Verstand sich wendet, V. 29 durch die Worte לו חכמו ausdrücklich in dem Mangel an Erkcnntniß den Grund der Gebrechen und Leiden Israels erblickt, wonach das Gemüth nur als das Medium betrachtet werde» kann, durch welches die mit dem Verstände zu gewinnende Erkcnntniß das Leben beherrschen soll; aber auch abgesehen hievon wäre die von dem Vers, als Absicht angenommene ״Erschütterung des Gemüthes", um derentwillen er in der Uebersctzung den Ausdruck ״etnschlagen" gewählt, nur auf einen Theil des Liedes anwendbar, da dasselbe nicht blos die Verirrungen Israels mit ihren Folgen sondern auch die Bestimmung und Zukunft Israels schildert und, wie R. Mosche b. Nachman in seinem Thorakommentare z. St. zeigt, eben durch die genaueVorausverkündigung der im Laufe der Zeiten eingctroffenen Leiden den Eintritt der einstigen Erlösung Israels verbürgt. *) Nach der Erklärung des N. Lewi b. Gerschom bezieht sich der Vergleich mit dem Regen auf dem legislativen, der Vergleich mit dem Thau auf den historischen Theil der Thora.