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Jeschurun · 1866-07-01 · Heft 10 (Juli 1866) · p. 320

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1865-1866)
Issue
Heft 10 (Juli 1866)
Article
Jüdische Kalender-Phantasien
Date
1866-07-01
Page
320 (sequence 8)
Language
German
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ß20 Jüdische Kalender-PHgntaslen. ist, ihm die Welt im Ganzen und Einzelnen und ihm vor Allem ihn selber mit allen seinen Kräften und Fähigkeiten zu einem heiltgen Gotteseigenthum adelt, er fich mit seinen wcltbeherrschenden Kräften nur als ersten Diener in der Gotteöwelt am Gotteswerk begreift, und alle seine Kräfte und seine ganze Welt beherrschende Stellung nur im Dienste der ihm von Gott gewiesenen sittliche« Zwecke verbraucht. Die Erziehung ist fern ab vom Ziele, so lange dem Menschen vor der eigenen Weltbeherrschung die Herrschaft des unsichtbaren Welten-Schopfers und Herrn zurücktritt, er sich der einzig Freie dünkt und jenseits seiner Freiheit ihm nicht der einzige wahrhaft Freie entgegenleuchtet, aus dessen Freiheit ihm erst die eigene stammt, fit dessen Freiheit ihm erst die eigene verbürgte Wahrheis gewinnt, und von dessen Freiheit er nur die eigene als pflichtumgränztcs Lehn empfangen, sondern jenseits seiner Freiheit ihm nur ein Reich dunkler, blind wallender Mächte und Gewalten nachtet, in deren Gebundenheit zuletzt seine eigene Freiheit zu Grabe geht und selchst nur unter hohler, phantastischer Freiheitslarve zum Sklaven fesselnder Nothwendigkeit hcrabsinkt, die im All des Universums keineu Raum für sittlich Freies sinder und in physisch organischer Gebundeghett ihre Idealen reifen läßt. Dieses Ziel uns nicht verloren gehen zu lassen, uns diesem Ziele zu unablässig hinanzuerziehen, das ist die Bedeutung unserer Sabbathinstitution, die die Tage des Menschenwerks in unwandelbarer Reihcfolge mit Sabbath und Sabbath umgrenzt, unser» ersten Werktag stets auf den Sabbath gründet und. glle unsere Werktage wieder zum Sabbath hinleitet, mit jedem ersten Werktage hie Welt, unsere Welt, stets aufs neue aus des Schöpfers und Weltenherrn Händen hinnehmen, und mit jedem Sachbath Ihm diese Welt und unser Wirken in ihr Ihm huldigend zu Füssen legen läßt, Die Blume, die das jüdische Mädchen am Sabbath nicht bricht, der Schmetterling, de« der jüdische Knabe am Sabbath nicht fängt, die Nadel, der Meißel, das Grabscheid, die Feder re. die die jüdische Hand am Sabbath nicht führt, sind ebenso viele Psttchtcrnenungen, mit denen wir allen unseren Welt beherrschenden und umwandclnden Kräften und Fähigkeiten immer aufs Neue den Stempel der Gotteshorigkett aufdrücken, eben damit aber den ganzen werkthätigen Gebrauch dieser Kräfte und Fähigkeiten aus dem Bereich selbstsüchtigen Beliebens in das Reich Gott dienender Welt-

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