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Jeschurun · 1866-06-01 · Heft 9 (Juni 1866) · p. 291

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Journal
Jeschurun
Volume
12 (1865-1866)
Issue
Heft 9 (Juni 1866)
Article
Noch ein Wort in Angelegenheit der Wahl eines Grand Rabbin von Frankreich
Date
1866-06-01
Page
291 (sequence 11)
Language
German
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eines Grand-Rabbin von Frankreich. 291 für ein reines, hohes Ideal zu würdigen weiß, den redlichen Mann beneiden möge, den das Geschick auf diesen Posten berufen dürfte. Und nun soll dieser Mann Kopf und Herz haben für Pflanzung und Pflege der religiösen Kenntnisse und Wissenschaft für jung und alt, die überall im weiten Reiche fehlt, soll die höchste Instanz zur Entscheidung schwieriger und wichtiger religionsgesehlicher Fragen bilden, soll die jüdische Wissenschaft zum Verständniß, zu Ehre und Anerkennung bringen, soll den jüdischen Geist wecken, der schlummert, die jüdische Begeisterung wachrufen, die geschwunden, den Männern des jüdischen Wortes, den Lehrer», Predigern, Rabbtnen voranleuchten mit dem Beispiel des Wissens und Wirkens, des Wortes und der That zur Rettung und Verherrlichung der Sache der Religion, soll, wo es gilt, Namens deS Zudenthums, das er vertritt, Antwort geben und Angriffe znrückweisen, die Keckheit oder Beschränktheit im Innern, Fanatismus oder Unverstand von Außen den jüdischen Heiligthümern cntgegenzuschleudern wagen — welche ausgebreitete gründliche jüdische Gelehrsamkeit muß der Mann besitzen und wie muß er zugleich ganz auf der Höhe der allgemeinen Wissenschaft stehen, der dieser Geistes-Arbcit gewachsen soll. Und seiner spcciellcn Leitung wird die Ecole rabbinique unterstehcn, er soll die Studien leiten und regeln, durch häufige Inspektionen und Prüfungen Lehrer und Studenten überwachen und spornen, die Examina der für reif zu Erklärenden halten und die Diplome ertheilen, die zur Bekleidung des Rabbiner-Amtes befahlgen, — er muß somit das ganze weite Gebiet der talmudisch-rabbinischen Wissenschaft und der jüdischen Literatur, diese Grundquellen der jüdischen Erkcnntniß, vollkommen beherrschen, denn von ihm aus sollen die Gemeinden ihre Rabbinen und Lehrer des göttlichen Gesetzes erhalten und auf seinem Wissen und Gewissen die religiöse Belehrung und Leitung aller Gemeinden ruhen — Wo aber so die Verhältnisse laut und gebieterisch reden, da, sollte man meinen, dürfte es keinem Zweifel unterliegen, daß nur der Beste, der Tüchtigste, der Geeignetste, der Fähigste berufen werde, daß alle Parteiinteressen und subjektive Meinungsnnancen sich dem Drange der Nothweiidigkeit, sich dem Diktate der Pflicht, sich der Loyalität des Berufes unterordnen, die alle, alle laut und vernehmlich rufen: Rettet die Zukunft unserer Kinder, rechtfertigt das Der-

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