Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1866)
- Article
- Noch ein Wort in Angelegenheit der Wahl eines Grand Rabbin von Frankreich
- Date
- 1866-06-01
- Page
- 288 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2932754-2932961-2932971-2950128--10100-2950145- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
288 Noch ein WM in Angelegenheit der Wahl jüdische Gotteshänser und jüdische Kanzeln, die zuletzt den Geist wecken sollen, wenn er eingeschlummert, zur Heilung a,ufrütteln sollen wenn geistige und sittliche Siechthnm, droht, nur noch den Mohnsamen d.cr Betäubung auf die Gewissen streuen, dse et.W sich regen, das Geschlecht gar nicht zum Bewußtsein, der KranHcit kommen lasten, die es und seine Kinder begrabt und ihre. Weihe und ihre Segnungen selbst einem Leben ertheilcn, das nichts als eine Verleugnung des Gesetzes und der. Lehre ist, für deren Pflege sie erbaut? Wollen sicher sein, daß nicht bereits aste diese Momente in ihren Ansängen sich kilndthun und in immer größern Dimensionen syrtschreitend zuletzt Alles begraben werden? Bis hinauf in die Pflanzstätte unserer Prediger und ssiabbsner droht der Geist der Hohlheit und Halbheit, des Wistenmangejs und der. Thatenlauheit zu dringen. Wo sind die unter der Aegide der bisherigen Centralleitung hcrangebildeten Zöglinge, die, als ״Boten des Herrn der Heerschaaren" seine Wahrheit, seine Erkenntniß lchrcn, seinen Willen, sein Gesetz verkünden, die es wagen, mit der Kraft der Begeisterung und mit der Wärme der Ueberzeuguug im Angesichte Gottes den Schleier von der religiösen Erbärmlichkeit der Zeit zu reißen, dein Volke das Leben nach dem göttlichen. Gesetze in seiner ganzen Herrlichkeit, in seiner ganze» Wahrheit und Größe, in dem ungetrübten und ungeschmälerten Geiste seiner, aste Fugen des Daseins durchdringenden Heiligung und Weihe, Erhebung und, Hingebung, als. einen Spiegel zu schildern, in welchem die Sohne und Töchter, die Männer und Frauen ihren Abfall von der eigenen. Herrlichkeit und Größe schamroth erkennen möchten, — die es wagen im öffentlichen Worte das Blaß der Thora, die man im Tempel hochhebt, an das Leben der Gegenwart zu legen, die sie mit jedem Schritte im Leben verleugnet, — die die ihnen cingeräumte Wortstätte benutzen um das Volk zurückzurufen zur Huldigung des göttlichen Wortes? Ach, abgert.chtet, um mit Anstand das Wort, zu führen, halten sie es nicht für anständig den Blitz der Wahrheit in die Nacht, der Zeit hineinleuchten zu lasten, nicht für anständig, den ״Glänhigen" den Glauben an die eigene Vortrefflichkeit, und an den Alles, auch ein ganzes Leben voller Gottesverleugnung wstder gut machenden Tcmpelbcsuch einiger hohen Festtagsstunden zu ranbeu, halten sie, Accom.odation für Pflicht, die offene Sprache der GewisteWxene süp