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Jeschurun · 1866-05-01 · Heft 8 (Mai 1866) · p. 267

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1865-1866)
Issue
Heft 8 (Mai 1866)
Article
Risse
Date
1866-05-01
Page
267 (sequence 9)
Language
German
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Von S... 267 ״das achte Gebot als moralisch nicht mehr verbindend ״zu erklären." Nur sprechen wir dabei die Warnung aus, daß jedermann sich hüte mit den Machthabern des bürgerlichen Gesetzes in Conflikt zu gerathen, empfehlen wir den Ausspruch jenes großen lakonischen Weisen, der das Stehlen erlaubte, und nur das sich ertappen lassen für verpönt erklärte. — Kühn wage ich es zu behaupten, daß der Geist meines Antrages bereits das Volksbewußtsein durchdringt, kommen wir ihm daher entgegen, sanktioniren wir, was dem Volke schmeichelt, denn verhehlen wir es uns nicht, meine Herren nur dadurch —" Es entsteht ein Gemurmel unter der jugendlichen Versammlung, das bald in ein ziemlich lautes Durcheinanderschreten ausartet. Der Redner scheint aus dem Concept gekommen und verläßt die Tribüne. Dem Präsidenten gelingt es endlich, durch mächtige Anwendung der Glocke die Ruhe wieder hcrzustellen; ein Anderer schwingt sich auf den Tisch und beginnt: ״Hochzuverehrende, hochzuschätzende Nabbinerversammlung! Indem ich mich dem Anträge meines sehr gelehrten hochverehrten Herrn Vorredners in allen Punkten anschließe, erlaube ich mir, an eine hochehrwürdtge Nabbinerversammlung den Antrag zu stellen: ״auch das sechste Gebot als aufgehoben zu erklären," und zwar, aüsogleich zur Abstimmung schreiten zu wollen." Neues Durcheinanderschreten, das wohl eine Art Abstimmung vorzustellen scheint. — Dritter Redner besteigt die Tribüne: ״Meine Herren! Die hochehrwürdtge Rabbinerversammlung hat soeben durch Annähme der beiden Anträge meiner sehr geehrten Herren Vorredner bewiesen, wie sehr sie vom wahren Zeitgeist durchdrungen sich fühlt. Sage Niemand, durch Erleichterung würde das Ganze des religiösen Gebäudes noch eher fallen, man müsse, um dem Uebcl zu begegnen, die Strenge des Gesetzes desto ernster handhaben. Das hieße die menschliche Natur verkennen und gewaltsam beherrschen wollen — Zeigen wir vielmehr dem Volke humane Liberalität, milde Toleranz aller menschlichen Schwächen, zeigen wir ihm vor allem die ganze unendliche Bieg- und Schmiegsamkeit desjenigen, was wir Juden- 1s»

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