Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1866)
- Article
- Risse
- Date
- 1866-05-01
- Page
- 265 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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mitspielen und wir sind eure Gäste, ihr müßt doch Rücksicht auf uns nehmen". Andere Knaben riefen wieder : ״wir sind die Majorität, die es wollen, also müßt ihr euch fügen." Endlich horte man Gustav Blum, den ältesten Sohn des Hauses die Andern erst überschreien und dann ziemlich ruhig weiter reden; er schien einen Vorschlag gemacht zu haben, der von der ganzen jungen Gesellschaft beifällig attgenommen wurde. Bald darauf erschien der jüngere Blum im Wohnzimmer. ״Aber was habt ihr denn heute für Streitigkeiten, Adolf?" fragte der Vater, ״ist nun jetzt der Friede hergestellt?" ״O jetzt müssen sie wohl zufrieden sein," erwiederte Adolf, ״wir haben ja geloost." ״Geloost, und weßhalb denn?" ״Karl und Eduard Beer und Philipp Kohn und Maier Lewin wollten Rabbinerversammlung spielen, wie vor vierzehn Tagen, unh Jakob und Louis Schwarz wollten durchaus Fuchs ins Loch und da haben sie gegen einander geschrie», bis Gustav endlich vorgeschlagen hat, sie möchten loosen." ״ ־Nun, und wer hat gewonnen, was wird gespielt?" ״Rabbinerversammlung," versetzte der Knabe, ״und darum möchte ich Dich ersuchen, Viktor, mir die Protokolle der Rabbinerversammlung zu leihen; sind sie in Deinem Zimmer, darf ich mir sie nehmen?" ״Gern," entgegnete Viktor, ״aber habt Ihr denn die Anträge nicht mehr, die ihr euch das vorigemal aufgesetzt habt?" ״O ja, die haben wir wohl noch, aber ich mochte noch einiges hinzufügen und dann soll ich auch Präsident sein, und die Persammlung leiteil, da möchte ich mir noch einiges Nachsehen. Also ich nehme sie mir," und damit eilte er hinaus. Viktor blickte ihm lächelnd nach, dann aber schien ihm etwas einzufallen, er blickte bald auf Rosa, bald aus ihre Mutter, wartete noch eine Zeitlang, bis er annehmen konnte, daß die Knaben alles geordnet; dann wandte er sich an seine Braut: ״möchtest Du nicht mit mir den Kindern zuhoren Rosa? sie haben neulich ganz allerliebste Reden gehalten und uns sämmtüch amüsirt." Er hatte absichtlich sehr laut gesprochen, um die Aufmerksamkeit seiner Schwiegermutter, deren Neugierde er kannte, zu erregen,