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Jeschurun · 1866-04-01 · Heft 7 (April 1866) · p. 218

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1865-1866)
Issue
Heft 7 (April 1866)
Article
einige Andeutungen über den hebräischen Unterricht als allgemeines Bildungselement in unserer Schule
Date
1866-04-01
Page
218 (sequence 10)
Language
German
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218 Einige Andeutungen über den hebr. Unterricht Sprachgedanken niederzelegten Welt- und Lebensanschauungen. Vielleicht in keiner, jedenfalls in keiner sonst der Zugend zugänglichen Sprache, ist so wie im Hebräischen die Arbeit deS sprachschaffendett Gedankens in den Wortes noch sichtbar. Nicht Phantasie, nicht die Macht dunkler, zufälliger, einseitiger, äußerer, und durch den Zauber der Sinnengemeinsamkeit, des sensus communis, in Lauten nach Ausdruck ringender Eindrücke, vielmehr der hellste, klarste, bewußtvoll anschauende Gedanke hat ihre Worte geprägt und ist aus deren klarem unabgegriffenem Gepräge sofort wieder reproducirbar- Jedes Wort ist ein Gedanke und gibt mit dem Worte den Begriff des Gegenstandes dem vernehmenden Geiste. Ihr ist der Mensch, Adam, das Ebenbild, das Alterego der Gottheit, und die Erdoberflächeals Menschenbereich ist ihr Adama, die dem Menschen Vermählte. Ihr ist der Himmel das doppelte ״Dort", der obere und untere Weltraum. Es ist ihr das Wasser das ״Aufgelöste" und auch das Licht ist ihr ein ״Strom". Der Abend ״mischt" ihr die Umrisse der Formen und Gestalten, die Nacht macht sie ״verschlungen", die Finsterniß ״entzieht" der Erkenntniß und das tiefe Dunkel setzt Alles in ״Zweifel". Aber der Morgen lost wieder aus der unterscheidungsloS mischenden Umarmung und der Tag ״richtet" Alles wieder auf. Ihr ist die Wurzel das rüstig herbeischaffende ״Agens", und der Baum faßt zusammen und fördert zum Ziele ״drängend" hinauf. Ihr ist die Knospe das ״Bewahrende", die Blüthe der ״flügge" werdende Keim, und in der Frucht wird er ״frei". Ihr ist das Waldthier das für sich ״Lebendige", aber das Hausthier das ״Piedestal" menschlicher Kultur. Ihr ist das Auge der ״Quell", durch welchen die Welt in den Geist etnströmt, das Ohr aber die ״Wage" für den inneren Gehalt der Dinge. Ihr ist Sehen und Nachdenken: auf die geistige ״Weide" gehen, Hören aber der geistige ״Durst". Ihr ist Denken: ״Verbinden", Erkennen aber ״Fremdmachen", sich der unterscheidenden Merkmale bewußt werden, und Wissen ist ihr die innigste Aneignung der Wesen. Ihr ist Lehren geistige ״Zeugung", und Heranbildung : ״Vervielfältigung" des Lehrers im Zögling. Die Mutter ist ihr die ״Bedingung" alles physischen und geistig sittlichen Seins, und beiM Vater ruht der schützend leitende ״Wille". Kinder sind ihr die ״Bausteine und Bauherrn" der Zukauft, und Geschwister die durch gemeinsamen Faden Verbundenen.

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