Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 7 (April 1866)
- Article
- einige Andeutungen über den hebräischen Unterricht als allgemeines Bildungselement in unserer Schule
- Date
- 1866-04-01
- Page
- 216 (sequence 8)
- Language
- German
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216 Einige Andeutungen über den hebe. Unterricht teil der Ethik und Metaphysik, in Schriften der Theologie und der menschlichen Rechts- und Pflichtcnlchre, Genuß und Erholung, ja mehr als das, die als Pflicht erkannte Fortarbeit an der eigenen geistigen und sittlichen Selbstvollendung und Veredlung erkenne», und in diesein Trunk aus dem Geist und Gemüth erfrischenden Born wissenschaftlicher Erkenntniß Kraft und Aufschwung zur Erhebung und heitern Würdigung der Mühe des Lebens suchen mochte? Und siehe, die wegen vermeintlich allzugrvßer Ucberschätzung des Gewinnstes an dem, Was die heutige gebildete Welt so sehr als das allein Reale Änd Praktische vergöttert, so vielfach geschmähte Nation des jüdischen Volkes, gerade sic war es, die bis in ihre letzten Jahrhunderte herab einen Geist wissenschaftlichen Strebcns, einen Durst nach Erkenntniß und ״Lernen", wie man es nannte, in allen ihren Kindern zu wecken Änd za pflege» verstand, der nicht auf Brod und Gewinnst, der aus Veredlung Änd Bereicherung des Geistes und Herzens gerichtet war, und vöü dem der reiche Schatz eines Schnftthuins aller Jahrhunderte so wie die noch lebendige Erinnerung älterer Zeitgenossen noch heute Zeugniß abzulegen vermögen. Einer sie verfolgenden und darum schmähenden Welt blieb allerdings dieses allgemein rege, innere geistige Lehen verhüllt, und nur dem Scharfblick eines in Haß seine Feder tauchenden Schriftstellers war cs vergönnt, uns als das ״Studentdnvolk" brandmarkend zu adeln. Diesen geistigen Vorzug einer prüfnngsreichcn Vergangenheit mochten allerdings wir dein Geschlechte einer glücklicheren Gegenwart hinüberretteNd erhalten, und freuen uns daher schon üm diese Gewinnung der Jugend für die reine Lust an Erkenntniß des Guten und Wahren überhaupt, in dem hebräischen Unterrichte eine Disctplin mit Hingebung und Liebe pflegen zu dürfen, die ihren Werth nicht in der sogenannten praktischen Nützlichkeit zu suchen hat. Glücklicherweise ist nun aber auch gerade der hebräische Unterricht so recht geeignet, der wahren Menschenbildung überhaupt die positivsten Dienste zu leisten. Schon die Aneignung der Sprache in Grammatik und Wortschätz thrilt nicht nur den Vorzug eines jeden Unterrichtes einer fremden Sprache, daß nichts so sehr wie dieses das beste Mittel ist, bcwußtvollcr und gewandter der eigenen Muttersprache Herr zu werden, nur noch in einem vielleicht höher» Grade, eben wegen des