Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 7 (April 1866)
- Article
- einige Andeutungen über den hebräischen Unterricht als allgemeines Bildungselement in unserer Schule
- Date
- 1866-04-01
- Page
- 213 (sequence 5)
- Language
- German
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als allgem. Bildungselement in unserer Schule. 213 btldetes Bürgerthum gestellten Zieles z» genügen, und außerdem noch die Pflege eines ganzen Sprach- und Neal-Gebietes von nicht geringem Umfange mit gleichem Ernst und gleicher Sorgfalt zu lösen hat. Dem Uneingeweihten durfte es scheinen, als ob damit ein Zwittergeschöps ins Dasein gerufen war, dem von vorn herein eine jede Lebensfähigkeit abzusprechen wäre, das höchstens ein kränkelndes Dasein fristen könne, das nothwendig ein Element aus Kosten des ander« verkümmern lassen müsse, wahrscheinlich aber keinem von beiden mit mehr als seichter Oberflächlichkeit genügen werde und aus welchem unmöglich Jünglinge und Jungfrauen mit gründlicher wahrer Bildung fürs Leben ausgerüstet hervorgehen dürften. Wenn nun gleichwohl der Erfolg eines dreizehnjährigen blühenden Bestandes den Gedanken, der unsere Anstalt ins Leben gerufen, als gerechtfertigt erscheinen lassen, ja, wenn unsere Anstalt sich gestehen darf, sie habe ihre Erfolge erreicht, nicht obgleich sie, den allgemeinen Bildungszweckcn zur Seite, den Elementen jüdischer Bildung einen so bedeutenden Platz in ihrer Aufgäbe eingeräumt, sondern eben weil sie beide Bildungszwecke in Einen liebenden Ernst aufrichtig zusammengefaßt: so dürfte, glauben wir, auch größeren Kreisen der Versuch nicht unwillkommen sein, mit wenigen Zügen auch dem Uneingeweihten einen Einblick in die innige Verwandtschaft dieser beiden Elemente zu gewähren und damit auch dem Fernstehenden eine einsichtige Würdigung unserer Bestrebungcn zu ermöglichen. Die eine, nicht minder einer eingehenden Betrachtung werthe Seite unseres Gegenstandes, welche Verwandtschaft und Bedeutung die Elemente der allgemeinen Bildung für die speciell jüdischen haben, behalten wir einer künftigen Betrachtung vor. Diesmal möchten wir der andern Seite unsere Erwägung zuwenden: Was vermag der hebräische Unterricht in unserer Schule für die Zwecke der allgemeinen Bildung zu leisten? Bildung! Mcnschen-Bildung! Allgemeine Menschen-Btldung! Schöner, herrlicher Wortausdruck eines noch schönere», herrlicheren, vielleicht des schönsten herrlichsten Menschengedankens! Sein Gegensatz kündigt sich sofort als das Nohe, sich selbst überlassen Gebliebene an, an das keine Hand den liebenden Ernst des Bemühens gelegt, den rohen naturwüchsigen Stoff dem vorschwebenden Ideale eines