Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1866)
- Article
- Die Ordnung für die israel. Gemeinde in Lübeck
- Date
- 1866-01-01
- Page
- 127 (sequence 5)
- Language
- German
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ifracl. Gemeinde in Lübeck. 127 Ruhm und Namen gelangen, und bei all diesem unserer heiligen Religion treu, und dadurch wahrhafte יהודים bleiben? Das Vorbild der Leiter unserer Gemeinde-Angelegenheiten ist von großem Einflüsse auf die Mitglieder. Halten elftere Nachdrucklich auf Gesetz und Gebrauch in und außer der Synagoge, so bleibt bei letzteren die Sorgfalt für die Wahrung des öffentlichen Cnltuö im Allgemeinen, auch für die ReligionStreuc im Privatleben maßgebeird. Wo aber irgend eine Abweichung von dem bestehenden Ritus gestattet, oder gar der jüdische einem fremden Cultus accomodirt wird, so steht sicherlich die Vernachlässigung oder Aufhebung der wichtigsten außersynagogalcn religiösen Institutionen damit in Verbindung. Müßte aber die Judenheit nicht erröthen, zur Erhaltung und zur Förderung ihrer gottesdienstlichen Anstalten sich eines außerjüdischen Mittels bedienen zu müssen, nachdem doch das Zudcnthum in seiner bisherigen Einfachheit, in der Uebereinstimmung aller Gemeinden in Wort und Sang seine Integrität zur Bewunderung aller Nationen behauptet hat! Variationen in Gebeten, denen man in den noch nicht modernisirten Bethäusern begegnete, hatten bekanntlich ihre lokale Bedeutung, waren meist durch besondere Schicksalr und LeidtnSseenen hervorgerufen, denen die Gemeinde» in den Zeiten der Barbarei und Tyrannei ausgesetzt waren; diese aber konnten die Einheit des JudeuthumS nicht stören; denn ob man z. B. שומר־ ישראל in einer Synagoge täglich, in einer andern כשני ובהמשי, in einer dritten nur am ח״צ >erecitirte, ob man hier ein Stück פיוט oder eine סליחה mehr, dort weniger einschaltete, hinderte nie einen Besucher aus fremdem Lande, und fiel ihm gewiß weniger auf, als die heutzutage in vielen Gemeinden eingrfnhrten Aenderungen des synagogalen Gottesdienstes nach Inhalt, Form und Umfang. Wohl haben Männer an der Spitze der Religionsangelegen- Heiken (Rabbiner, Prediger, Lehrer) meist den Impuls zur Zersplitterung der Einheit im CultuS gegeben; hätten aber jemals dieselben von Gemeinden ausgenommen werden, oder deren auf den Umsturz der alten Ordnung berechnete Absichten zur Ausführung gelangen können, wenn ihnen die Vorsteher nicht willige Hand geboten, oder gleichgültig über de» Werth des Bestehenden und de» llnwerth deS Neuen das selbstsüchtige Verfahren geduldet hätten! Viel, ungemein viel liegt in der Macht des GemeindrvorstandS, waS die religiöse