Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 2 (November 1865)
- Article
- Beiträge zum Verständnis der ersten Blätter des Pentateuch
- Date
- 1865-11-01
- Page
- 54 (sequence 14)
- Language
- German
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54 Beiträge zum Verstiindniß dev die der Schöpfer dem Menschen ertheilte. Die leibliche Gestalt selbst des Menschen verkündet ihn als Stellvertreter Gottes, als die Gottheit aus Erden, fie ist כדמותנו, sie ist eine solche, wie sie einem zur Gottähnlichkeit bestimmten Wesen entspricht. רמה, ähnlich sein. Indem רמה zugleich schweigen bedeutet, und der Begriff der Aehnlichkeit sich hier also construirt, daß der ähnliche Gegenstand dem Andern gegenüber schweigt, d. h. ihm nichts entgegensetzt, buchstäblich ihm nicht widerspricht, nichts ihm widersprechendes enthält — (auch unser deutscher Sprachgedanke kennt den Ausdruck: schreiende Gegensätze) — stellt sich die von dem Menschen zu erwartende Gottähnlichkett zunächst negativ dar, daß er in seinem ganzen Wesen nichts hege und pflege, was der göttlichen Wahrheit, Liebe, Gerechttgkett und Heiligkeit widerspricht. Gott gleich kann der Mensch nicht werden, aber ähnlich soll er ihm sein, soll nichts Gott widersprechendes in sich und bei sich dulden. התקדש, das Htnanstrcbcn zur Gottesheiligkett ist seine Bestimmung. Also: Wir wollen einen Stellvertreter bilden in einer unser würdigen Hülle wie es nnserem Ebenbtlde entspricht. — וירדו , es ist hier sofort אדם als der Collectivbegrtss der Menschheit gefaßt, bcmrnt Plural. רדה Grundbedeutung Etwas aus dessen freier Höhe in die Hand d. i. inseine Macht herabbrtngen, ויררהו אל כפיו, מנויה האריה רדה הדבש bei Simson, und רודה פה bei ה^ךל das Herabbringen der an den Ofenwänden scstsitzenden Bröde. Davon: Etwas aus dessen freier Selbstständigkeit in seine Macht bringen, sich unterthänig machen. Mit dem Accusativ heißt es, den ganzen Gegenstand sich unterthänig machen, so nur zweimal: לא ירדנו בפרך לעיניך und רודה באף מים (Jesaias 14,6) wo es beidemal ein Ueberschreiten der dem Herrn oder dem Könige zustehenden Gewalt bedeutet. Sonst immer ודה ב־: gewisse Theile, Beziehungen eines Objects sich unterthänig machen, beherrschen. Diese Stellung hat der Mensch zu allen lebendigen Wesen ans der Erde. Er hat wohl die Bestimmung sie alle und zwar ganz sich unterthänig zu machen. Die Erde und ihre Geschöpfe mögen noch Beziehungen haben, die uns entzogen sind, in welchen sie Selbstzweck sind — allein er hat die Bestimmung: לרדות בם, nicht אותם, seine Herrschaft unter allen lebenden Wesen, an ihnen und an der Erde selbst zu üben, sie für die Erfüllung seiner Menschen-