Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1865)
- Article
- Die Schemone Esre
- Date
- 1865-10-01
- Page
- 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 Die Schemone Esre. eine Huldigungsdarbringumg da. Der Bringende erkennt mit seiner Gabe den Empfänger als denjenigen an, von welchem er hinsichtlich seines Geschickes abhängig ist, dem er sein Glück verdankt und von dessen Wohlwollen die Existenz und Dauer seines Glückes bedingt ist. — So Kain's Mincha, Jakob's Mincha an Esau, der Brüder an Josef. So Ehud's an Eglon, des Volkes an Saul, aller tributären Volker jährlich an ihren Oberherrn. Alle diese waren Ausdruck eines Bekenntnisses der Verpflichtung und Abhängigkeit. Daß wir bei den מנחות im Opfer dieselbe Bedeutung vorauszusetzen haben, darauf weisen schon die Ausdrücke הגיש מנחה ,נשא מנחה, die wir sowohl bei jenen conkreten מנחות von Mensch zu Mensch als auch bei den Minchavpfern finden, sowie denn auch הגשה eine wesentliche Handlung bei Darbringung der מגהוה mit Ausschluß der מנחות נסכים ist. (Menachoth 61, a.) Fassen wir insbesondere diese Letzteren ins Auge, so sehen wir dieselben höchst bedeutsam (4. B. M. 15) nach der Verirrung der Kundschafter als künftige Pflichtbegleitung eines jeden עולה oder שלמים angeordnet. Diese verhängntßvollc Verirrung, in deren Folge das verheißene Land für die ganze damals lebende Generation verloren gegangen, wurzelte ja lediglich in kleinmüthtger Verkennung der Wahrheit, daß Gott nicht nur einziger Ordner unsrer That, sondern eben so einziger Träger unseres Geschickes sei, daß Er, der die תוהה gegeben, auch das Land für die תוהה gebe. ״Das Land ist gut," hatten die ausgesandten Häupter der Gemeinde zurückberichtet, ״aber wir sind zu schwach!" Als ob den Boden unserer Existenz wir uns selbst erobern müßten, als ob wir die Gewinnung dieses Bodens einem andern als Gott zu verdanken haben sollten, als ob wir je und je ein Anderes oder ein Mehreres thun sollten, thun könnten, zu thun brauchten, als unsere Pflicht gegen Gott zu erfüllen, um dann auch aus den Händen seines Wohlwollens und seiner Allmacht die Mittel für ein solches pflichtgetreues Leben zu empfangen, wie die beiden treugebliebenen Jvsua und Kaleb diese Wahrheit ausgesprochen: אם הפץ כנו ד׳ והביא אתנו אל הארץ הזאת ונתנה לנו ארץ אשר היא זבת חלב ורכש! Fortan bestimmte Gottes Gesetz: כי תבאו אל ארץ מושבתיכם אשר אני נתן לכם ועשיתם אשה לד' עולה או זבח וגו' והקריב המקריב קרבנו לד' מנחה סלח עשרון בלול ברביעית ההין שמן ויין לנסך וגו׳. Es sollte also fortan nie die Dahingebung unserer Persönlichkeit und Glieder (דם ואיברים) im עולה, oder die Dahingebuug unserer Persönlichkeit