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Jeschurun · 1865-07-01 · Heft 10 (Juli 1865) · p. 323

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1864-1865)
Issue
Heft 10 (Juli 1865)
Article
Licht- und Schattenbilder
Date
1865-07-01
Page
323 (sequence 10)
Language
German
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323 Bon S... tönenden Stimme Doktor Fuchs, der eben in den Garten getreten, auf sie zueilte. ״Ihr Diener Frau Schwägerin! und der Ihre Herr Schwager!" und beiden drückte er herzlich die Hand. Dann aber zog er den Arm seiner Frau durch den seinen und blickte sie liebevoll an, ״Du stehst, mein Täubchen, es duldet mich nicht lange ohne Dich, die Sehnsucht nach Dir trieb mich her. Davon haben Sie Herr Bruder gar keinen Begriff, wenn Ihre Frau fern von ihnen weilt so bleiben Ihnen noch immer Ihre Kinder, was aber bleibt mir, wenn meine Thusnelda mich verläßt? —" Thusneldas Augen füllten sich mit Thränen, ihr Bruder wollte ihr Zeit lassen sich zu sammeln; er knüpfte ein gleichgültiges Gespräch mit seinem Schwager an. Mau erhob sich, beide Paare schritten plaudernd durch den Garten, bis man sich endlich in eiyer Laube׳ niederlicß, und Bertha Erfrischungen hinaus bringen ließ.' ״Wie fühlt man sich so wohlig in dem reinen Kreise Ihres Hauses/' bemerkte Doktor Fuchs, ״ich muß gestehen in der Sabbathfeicr eines Geschäftsmannes finde ich immer etwas ganz besonders Erhebendes. Wie segne ich den Allweiseu, der einen so trefflichen Schwager mir verliehen," und er ergriff Adolfs Hand um sie krästig zu schütteln. Eben kam Eines der Kinder herangesprungen und flüsterte der Mutter eine wahrscheinlich höchst wichtige Mittheilung ins Ohr, lächelnd hörte diese ihn au und erwiederte leise ein paar Worte. Der Kleine wollte zurück zu den Geschwistern eilen, aber der Doktor rief ihn an. ״Du hast ja dem Onkel die Hand noch nicht gereicht Bernhard," mahnte die Mutter. Mit etwas unfreundlichem Blick, denn er wäre schon lieber'wieder beim Spiel gewesen, bot das kleine kaum fünfjährige Bürschchen den! Doktor die Rechte. Dieser zog ihn an sich, er that sich etwas darauf zu gut, daß selbst Kinder ihn sicbgcwinneu unchten, und in der That wußte er mit dem Kleinen so freundlich zu plaudern und zu scherzen, daß dessen Unmuth bald schwand; die verschiedenartigsten Fragen wußte er zu stellen, und alle ergötzten sich an den naiven und doch gcscheidten Antworten des Kindes. Endlich zog der Doktor die Uhr aus der Tasche und sprach : ״Weil Du ein gar so liebes verständiges Kind bist, will ich Dir auch etwas zeigen," er hob die Uhr etwas in die Höhe und ließ sie repe- 21

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