Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1865)
- Article
- Licht- und Schattenbilder
- Date
- 1865-07-01
- Page
- 321 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Von <&... 321 Augen waren geröthet. Voll Theilnnhmc ruhten die Blicke der Gattcn auf ihr. ״Arme Thusnelda," sprach Bertha ihre Hand leise drückend, ״wer Dir nur ׳ helfe» konnte." ״Aber glaubt Ihr denn wirklich," fragte Thusnelda mit gepreßter Stimme, ״daß er nicht zu bewegen sein wird in die Scheidüng zu willigen?" ״Ich halte cs in der That für unmöglich, ihn dazu zu bei!!- gen," versetzte Adolf, ״freiwillig wird er es nie thun, und dazu zwingen kannst Du ihn nicht." ״Kann ich nicht? — ich dächte —״ Adolf schüttelte den Kopf, ״Beweise vermagst Du nicht zu bringen." Thusnelda seufzte schwer. ״Also muß ich's, muß ich's tragen — Nun cS sei, lange, hoffe ich, werde ich's doch nicht mehr könne»." . ״Sprich nicht so, meine liebe gute Thusnelda," bat Adolf sie zu einer Bank geleitend; denn er merkte, daß sie mir mit Anstrengung sich aufrecht hielt, ״so darf man ja nicht sprechen. Sieh, wenn ich in frühem Jahren mich zuweilen recht unglücklich fühlte, da sagte ich mir stets:,die Vorsehung müsse cs doch, besonders gut mit mir . meinen, daß sie mich meine Sünden schon hier büßen lasse; und dieser Gedanke hob mich der Art, daß ich selbst in den trübsten Sinnden doch wieder Glück empfand." ״Ich danke Dir Adolf," cntgegnete seine Schwester erröthend, ״auch ich will so denken und nicht mehr klagen. Ach, ich habe ja so schwer gefehlt und will daher nicht murrenist auch die Strafe schwer — Aber," fuhr sie nacb einigen Augenblicken fort, ״könnte nicht vielleicht Geld ihn bewegen? mit Freuden wäre ich bereit, mit meinem ganzen Vermögen mich von ihm loszukaufcn, und von seiner Geldgier habt ihr keinen Begriff." ״Mache Dir keine Illusionen Kind; Dein Geld ist ja auch'jetzt in seiner Macht, und übrigens so groß auch seine Geldgier, die Sucht, mit einem Heiligenschein sich zu umgeben, ist doch noch großcr, und den büßte er ein sobald er von Dir sich scheidet. Du siebst ja, mit welchem Eifer, welcher Zärtlichkeit er sich um Dich bewegt, sobald ein Fremder oder auch nur einer von uns zugegen." ״O wenn ihr ermessen könntet, was es mich kostet ihm freund-