Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1865)
- Article
- Einige Andeutungen über die Benutzung der ersten Lebensjahre für die Erziehung
- Date
- 1865-05-01
- Page
- 256 (sequence 12)
- Language
- German
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2:56 Einige Andeutungen über die ' dech Kindes ־mit seinem Eintritte ins Hiersein gegeben. Der erste Schrei eines gewordenen Menschen spricht: ״ich will!־"־ und ״ich will nicht," verkündet, den-das Behagen verlangenden und das Nnbehagen sltehen.de?!?Willen; mit jeder fortschreiteden Woche trittdieses verlangende Wollen energischer auf — und da wäre es nicht bedenklich, fünfzig, hundert, hundertfünfzig, zweihundert Wochen lang nur darauf Bedacht zu nehmen, dem Verlangen dieses wollenden Wesens, bald aus übelverstandener Zärtlichkeit, bald ans reinein Egoismus, um sich den lästigen Schrei seines Unmuths zu ersparen, in allem nur Möglichen zu begegnen, ein, zwei, drei Jahre lang das kleine Menschenwesen ganz eigentlich zum absoluten Gebieter seiner Umgebung heranzubilden, die Wiege des werdenden Mannes mit der gefährlichen Täuschung zu umgeben, er brauche nur zu verlangen, so geschehe.es, brauche gar nur zu schreien und lästig ju fallen um ״seinen Willen dnrchzusetzen" — und mit Einemmale die Rollen jn wechseln und von dem fünfjährigen Menscheu einen Gehorsam zu verlangen, der bis jetzt in dem ganzen Register seines kleinen bisherigen Lebenslaufes keine Stelle gefunden, in dessen Gegentheil seine verlangenden Kräfte ganz eigentlich durch Uebung sich hineinaewvhnt?! Fünf Jahre lang waren wir die ängstlich Zuvorkommenden oder widerstrebend Gehorsamen, und von nun . an sollen wir gebieten und er sich zum Gehorsam bequemen? Fünf Jahre lang haben wir die Saat der Begehrlichkeit, der Ungeduld, der Heftigkeit, des Eigensinns und des Ungehorsams ausgestreut und verhätschelnd oder gedankenlos gepflegt, haben den.klech neu angehenden Zögling sehr wohl unsere Schwäche herausfühlen lassen, wie er nur in den lästigen-Zeichen seines Unmuths und seiuer Unlust zu beharren und consequent fortzuschreiten brauche um seinen Willen dnrchzusetzen, um von uns Alles, auch das Widersinnigste zu erlangen; und da wollen wir uns wundern, wenn diese Saat, die unser Unverstand selbst gestreut, so unheilvoll ausgewnchert, daß wir nun, wo die eigentliche Erziehung beginnen soll, fast verzw.ejflungsvoll das ganze Geschäft der Erziehung aufgeben, oder inllrost- und aussichtslosen Kämpfen uns aufzureiben uns gezwungen sehen — und des Kindes Natur anklagen, wo wir nur über, unfern eigenen Unverstand zu klagen hätten?;;; Go, einfach und naheliegend diese Bedenken erscheinen, sosehr