Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1865)
- Article
- Einige Andeutungen über die Benutzung der ersten Lebensjahre für die Erziehung
- Date
- 1865-05-01
- Page
- 254 (sequence 10)
- Language
- German
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254• Einige Andeutungen über, die lich von dem Menschenbegriff, und aus des Schöpfers Hand stammt kein Menschenwesen ohne mit der Anlage zur sittlich freien Selbstbestimmung den adelnden Kuß der Göttlichkeit als Vtatiknm für den hehren Pfad der Menschlichkeit empfangen zu haben. Nur gepflegt, geübt und zwar rechtzeitig und frühzeitig geübt will diese Anlage und Fähigkeit werden, wie eine jede in jedem anderen Gebiete, in welchem es gilt eine Meisterschaft zu erringen. Nirgends macht das bloße Wissen den Meister, überall werden wir die Kräfte üben, wiederholt, so lange fortgesetzt üben müssen, bis die vollkommene Leitung fast zur zweiten Matur, d. h. zur Gewohnheit wird und die entsprechenden Kräfte sodann von selbst, ohne weitere Schwierigkeiten für die vollendete Leistung und nur für diese sich bereit stellen. Neberall wird man aber frühzeitig die Uebung beginnen müssen, wenn die Zeit den Kranz der reifen Meisterschaft bringen soll. Nirgends, wo die Meisterschaft von der Bethätigung bestiuuuter Kräfte in ganz bestimmter Richtung bedingt ist, wird man warten bis diese Kräfte und die sie tragender. Organe durch Nichtanwendung erschlafft und verknöchert, oder gar durch wiederholte Mißanwendung sich in die entgegengesetzte Richtung hineurgenbt und hineingewvhnt haben. Wer seinen Sohn einst als Meister in der Tonkunst begrüßt sehen möchte, wird mit seiner Ausbildung für die Kunst der Töne nicht warten, bis das Gehör für die Unterscheidung der feinen Tonnüancen stumpf und die Finger für die rasche Belebung der Tasten oder Saiten steif geworden. Ja auch für die ganz gewöhnlichen und allgemeinen Bildungszwecke werden wir überall die Kraft herausspüren, auf deren Bildungsfähtgkett und Bildungsgefügtgkeit der spätere Erfolg am meisten hin gewiesen ist, und werden ihr frühzeitig, längst ehe die systematische Bildungsarbeit beginnen kann, vorsorglich vorübend Vorarbeiten. v Früher als irgend eine für irgend einen Bildungszweck in fürsorgliche Wege, ja gewöhnende Uebung zu nehmende Kraft und Anlage, früher als die erste Sprechfähigkeit für die künftige Beredsamkeit, das erste Anschauungs- und Denk-Vermögen für den künftigen klaren und richtigen Gedankenstug, das Auge für den Blick, die Hand für die technische Gewandtheit, u. s. w, u. s. w. in Beachtung und Fürsorge genommen werden kann, ja, wir möchten sagen, mit dem ersten Schrei des ins Hiersein tretenden Kindes bie>