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Jeschurun · 1865-04-01 · Heft 7 (April 1865) · p. 215

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1864-1865)
Issue
Heft 7 (April 1865)
Article
Zur Falaschasfrage
Date
1865-04-01
Page
215 (sequence 11)
Language
German
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Von Pr. I. Gugenheimer. 215 Zeiten stattgefundenen Uebertritte zum Judenthum znznschreiben. Daß auch in Abyssinien dieser Nebertritt durch die politischen Verhältnisse sehr begünstigt war, ist aus den uns erhaltenen historischen Angaden klar zu cn nehmen. Sowohl von Rüppell Th. II. S. 329 als l?srrot et Galinier voyage en Abyssinie (Paris 1847 T. II. p. 297) wird mitgetheilt, daß im 10. Jahrh. der gew. Ztrch. die Inden wieder zur Oberherrschaft des Landes kamen; ferner berichtet Rüppell Th, II. S. 350, daß die Nachfolger der im 10. Jahrh. zur Regierung gelangten jüdische» Königin Saguc (nach Angäbe verschiedener Chroniken) 333 bis 376 (am wahrscheinlichsten 361) Jahre regierten. Es mag allerdings sein, daß unter diesen den Juden günstigen äußeren Verhältnissen der llebertritt nicht immer auf jenen reinen von jeder Nebenabsicht freien Motiven beruhte, unter denen einzig und allein das jüdische Gesetz den Nebertritt zum Judenthum gestattet; da aber nach Jebamot 24 b. Sch. a. Joreh Deal) 268, 12 wegen deS Nntcrbleibens der für Zulassung des Ilcbertrittes gebotenen Recherchen, nach geschehenem Uebertritte die Folgen desselben nicht abrogirt werben können, haben wir auch die in Abyssinien sich befindenden schwarzen Inden ohne Rücksicht auf die Motive, welche vielleicht bei ihren Vorfahren in manchen Fällen den Nebertritt vcranlaßten, als der Judenhctt augehörig zu betrachten, was auch von R. David b. Simra geschehen, dessen gutachtliche Neußcrung für die Frage, ob die Falaschas wirklich Juden sind, als entscheidend anerkannt werden muß. Da nun seit dem 17. Jahrh. bis auf die neueste Zeit nicht blos Missionäre sondern auch Gelehrte, die ausschließlich im Interesse der Wissenschaft Abyssinien bereisten und beschrieben, und denen durchaus keine confcssionelle Tendenz oder sonstige zu irgend einem Mißtrauen veranlassende Absicht vindicirt werden kann, in ihren ethnographischen Werken der in Abyssinien lebenden Juden erwähnen, ihre Industriezweige, manche ihrer Sitten, ihre Absonderung von den nichtjüdischen Bewohnern des Landes schildern; da ferner das, was wir aus dem mehrerwähnten Gutachten über die Falaschas erfahren, mit den Hauptpunkten, die uns in der neuesten Zeit über sie bekannt wurden, übereinstimmt: so kann es keinem Zweifel untersiegen, daß die nach den übereinstimmenden unbefangenen Berichten

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