Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 7 (April 1865)
- Article
- Zur Falaschasfrage
- Date
- 1865-04-01
- Page
- 214 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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214 Zur Falaschasfrage. Schriften (s. Svkka 36 a Sch. a. Orach Chajim 648, 17) vorkommt. Es ist daher durch das erwähnte rabbinische Gutachten constatirt, daß die Person, um die es sich in demselben handelte, das Hauptmerkmal der äthiopischen Race hatte, aber dessenungeachtet von R. David b. Simra als der Judenheit angehörig betrachtet und behandelt wurde. Obgleich nun allgemein angenommen ist, daß das jüdische Volk der kaukasischen Race angehört, kann die Erscheinung, daß cs auch Inden mit äthiopischem Typus gibt, doch durchaus nicht befremden, da dieselbe einfach durch den zu verschiedenen Zeiten stattgefundenen llcbcrtritt nichtjüdischer Personen zum Judenthum zu erklären ist. So wurde durch einen vor kurzer Zeit an den Redakteur der Wochenschrift המגיד von zuverlässiger Seite gelangten und von demselben in Nr. 3 seines Blattes veröffentlichten die Juden in Malabar betreffenden Brief die längst bekannte Existenz der in Cochin und anderen Orten Malabars sich befindenden schwarzen Juden dadurch erklärt, daß nach den historischen Quellen, welche dem bei der jüdischen Gemeinde in Cochin angestellten Berichterstatter vorliegen, unter einem Joseph Rabban, der 4139 n. d. Sch. (379 n. gcw. Ztrch.) das Oberhaupt der Juden Malabars war, sowie unter dessen Nachfolgern, Eingeborene zum Judenthume übertraten. Obgleich nun in Malabar die Juden weißer Hautfarbe sich mit den schwarzen Juden wegen der in dem angeführten Berichte erwähnten Modalität des Uebertrittcs der meisten ihrer Vorfabren nicht verschwägern, und sie auch nicht zur Completirung eines Minjan geeignet halten, betrachten sie dieselben dennoch als Juden, wie aus dem angeführten Berichte deutlich hervorgcht. Sowie nun die Existenz der schwarzen Juden in Malabar auf den historisch nachgewiesenen und nach einem noch vorhandenen in eine Erztafel eingegrabenen königlichen Dekrete von dem Herrscher des Landes gestatteten Uebertritt Eingeborener zurückzuführen ist: ebenso haben wir auch die Existenz der in Abhssinien sich befindenden schwarzen Juden, deren Anzahl jedoch im Verhältnisse zu den übrigen Falaschas nicht bedeutend zu sein scheint, (da Dr. Rüppell (Reise in Abhssinien Th. II. S. 323) bei seiner Beschreibung der in Abyssinien lebenden Racen die Falaschas zu dem der kaukasiichen Race angehörenden Thetle der Bevölkerung rechnet), dem zu verschiedenen