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Jeschurun · 1865-04-01 · Heft 7 (April 1865) · p. 216

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1864-1865)
Issue
Heft 7 (April 1865)
Article
Zur Falaschasfrage
Date
1865-04-01
Page
216 (sequence 12)
Language
German
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216 Zur Falaschasfräge. verschiedener in Abyssinien gewesenen Reisenden gegenwärtig unter dem Namen Falaschas dort sich befindenden Bekenner des Judenthums die Nachkommen derjenigen sind, welche von R. David b. Simra vor ungefähr 309 Jahren mit Entschiedenheit als Juden gehalten wurden. Wir glauben daher folgendes Resultat aufstellen zu können: Die Falaschas sind Judrn, deren Vorfahren minbestens vor 1 800 bis 2000 Jahren in Abhssinien einwunderten; ihne Verletzung des mündlichen Gesetzes beruht nicht auf Leugnung sondern auf Unkenntniß der Tradition; auch die Falaschas mit äthiopischem Racentypus sind Juden, und zwar höchst wahrscheinlieh Nachkommen der zum Judenthume übergetretenen Eingeborenen. Es kann daher keinem Zweifel unterliegen, daß der Satz ,ich Nt כל ישראל ערבים auch auf die Falaschas sich bezieht, daß auch die Falaschas durch das Band der Verantwortung, welches die Nettung des Gottesgcsetzes in ganz Israel jedem Einzelnen zur unabweisbarcn Pflicht macht, mit uns verbunden sind. Und könnte es wohl eine größere, eine wichtigere, eine dringendere, zur opferwilligsten Verwirklichung des jüdischen ערכום ernster auffordernde Angelegenheit geben, als eben die Lage, in der sich unsere abhsstnischen Brüder befinden? Wir wissen, daß ihre unglückselige Unkenntniß der göttlichen Lehre gegenwärtig ausgebeutet wird, um aus Unwissenden Abtrünnige zu machen, um ihnen die Bruchstücke unserer heiligen Lehre, die sich ihnen noch erhalten, für immer zu entreißen; wir wissen, daß mau beabsichtigt, daß man hofft, sie allmältg zur Annähme einer nichtjüdischen Religion zu führen. Allerdings scheint gegenwärtig die Thätigkeit der Judcnmissionäre in Abyssinien in Folge der S. 118 dieser Monatsschrift mitgcthetlten Vorgänge gehemmt zu sein; cs ist aber durchaus nicht zur erwarten, daß die Mißhandlungen, welche zwei Missionäre in Abyssinien erlitten, auf die Dauer von der Fortsetzung der unter den Falaschas nicht ohne Erfolg begonnenen Bekehrungsversuche abhalten werden; die Missionsgesellschaft wird gewiß nicht lange Zeit rasten, den für ihre Intentionen durch die Ignoranz der Falaschas so empfänglichen Bo-

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