Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 6 (März 1865)
- Article
- Licht- und Schattenbilder
- Date
- 1865-03-01
- Page
- 183 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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׳ Von S >.. 183 nach B. bringen." Elise wußte nicht, was sie davon denken sollte; nie hatte sie ihren Herrn ängstlich oder besorgt für die Kinder gesehen, und selbst jetzt, es lag ein so seltsamer Unterschied zwischen seinen Worten und seinem Antlitz, das nichts weniger als schmerzliche Unruhe ausdrückte; kopfschüttelnd machtdsie sich an die Arbeit. ״Aber," begann sie nach einigen Augenblicken, ״wäre es denn nicht besser, die Kinder hier im Orte zu lassen, bei einem Ihrer Nachbarn oder Freunde?" »Ich habe hier Niemanden, dem ich sie anvertrauen mochte," war die ungeduldige Antwort. ״Doch wenn nun Ihre Frau nach den Kindern verlangt, oder nach Ihnen? — könnte nicht wenigstens ein Anderer die Kinder begleiten?" ״Ich habe Ihnen schon gesagt, daß das nicht angcht," rief Weiß aufbrausend, ״und übrigens verbitte ich mir's, daß Sie meine Angelegenheiten in Ucberlegung ziehen; ich weiß schon allein mir zu rathen. Tummeln Sie sich; die Kindern müssen geweckt und angekleidet werden." Elise wagte keine Einwendung mehr, so nnbegrciflich ihr auch Alles schien. Die Kleider waren gepackt; die Kinder ans dem Schlaf gerissen und angeklcidet, waren in warme Mäntel gehüllt worden; fast noch schlaftrunken schritten sie, vom Vater geführt, der Hausthüre zu. Leise bittend verlangte Ennni nach der Mutter, doch zornig gebot der Vater Schweigen, ״Mama ist krank, sic schläft." Doch als sie am Schlafzimmer der Mutter vorüberschritten hörten sie diese im Fieber laut aufschreien. Emmi wollte hinein; der Vater hielt sie zurück, und eilig zog er die Kinder aus dem Hause. Beim Großhändler Kraus war heute porfce ouverte; eine gemüthlich heitere Gesellschaft bewegte sich in den hell erleuchteten, mit einfacher Eleganz ausgestatteten Räumen. Man befand sich sehr gern in des Großhändlers Salon; der Hausherr war ein munterer angenehmer Gesellschafter, seine Gattin eine liebenswürdige anmuthige Dame, einfache aber aufmerksame Wirthi». Man plauderte, mustcirte, die junger» Leute improvisirten zuweilen einen Tanz; für die älteren waren Spieltische aufgeschlagen; zuweilen wurde auch gelesen, entweder ein neu erschienenes Werk, oder, wie es heute der \