Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1865)
- Article
- Beiträge zum Verständnis der ersten Blätter des Pentateuch
- Date
- 1865-02-01
- Page
- 151 (sequence 11)
- Language
- German
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ersten Blätter des Pentateuch. 151 Kunst geworden. Es ward durch ihn, allein es besteht fortan durch sich selbst; ja, wie oft wächst der sterblichen Hand das Werk über den Kopf; sie hatte die Macht ,es zu schaffen, sie konnte Kräfte entfesseln und einen, allein sie vermöchte nicht das Werk, das sie selbst hervorgerufen, wieder zu meistern, vermochte die Kräfte, die sie entfesselt, nicht mehr zu zügeln, es fehlt ihr der Zauber, die Geister, die sie wach gerufen, wieder zu bannen, das Geschöpf überragt überwältigend den Schöpfer, er ist nicht mehr Meister des eigenen Werks. Nicht also Gott und seine Welt. Das Einzelne und das Ganze ist nicht nur geworden durch seinen allmächtigen Willen, es besteht, auch nachdem es geworden, nur weil seine Einsicht das Fortbestehen für gut findet; auch nachdem es geworden schaut er sein Werk an und läßt es sortbestehcn weil es ihm wohlgefällt, so lange es ihm wohl gefällt. Die Construktion, in welcher aber gleich das Anschauen des ersten Werkes vorgeführt wird, tritt noch einen andern kläglichen Wahn zu Boden. Es heißt nicht וירא א׳ כי טוב האור , wie וחרא האשה כי טוב העץ למאכל und in allen ähnlichen Sätzen, mit vielleicht nur einer einzigen Ausnahme, sondern וירא א' אה האור כי טוב, nicht: Gott sah, daß das Licht gut sei, sondern: Gott sah das Licht, daß es gut sei. Es ist damit die völlige Objektivität des Geschöpfes dem Schöpfer, der Welt Gott gegenüber, ausgesprochen, und damit allen jenen Wahngedanken entgegen getreten, die den Meister in sein Werk, die den Schöpfer in die Schöpfung, die Gott in die Welt aufgehen lassen, die Immanenz Gottes in der Welt lehren und damit Gott zum Welt-Geist, zur Welt-Seele, immerhin zu einer Natur-Kraft hinabziehen, die außer der Welt und ohne die Welt kein Dasein hat. Nicht also. Nachdem Gott das Einzelne und das Ganze gemacht hatte, schaute er es an. Das Werk befindet sich somit außerhalb des Meisters, Gott außerhalb der Welt. ברא, Er hat sie hinausgestellt, אמר יהי ויהי, Er ließ seine Gedanken körperliche Objektivität gewinnen — (הגה היה חיה siehe oben) — nicht wie der Leib zur Seele, nicht wie der Organismus zur Kraft, wie das Werk zum Meister verhält sich die Welt zu Gott und — wie wir gesehen haben — in noch unendlich erhabenerer Höhe steht Gott über der Welt. In ewiger Abhängigkeit bleibt sein Werk von Ihm, in ewiger Unabhängigkeit von seinem Werke Er- Nur weil Gott, und so lange er sein geschaffenes Werk anschaut, daß es gut sei, besteht es fort —