Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1865)
- Article
- Beiträge zum Verständnis der ersten Blätter des Pentateuch
- Date
- 1865-02-01
- Page
- 146 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2932754-2932947-2932953-2949231--09354-2949252- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
146 Beiträge zum Verständnis; der Begriff deS Welt-GebieterS, Gesetzgebers, Richters, konnte dieselbe k Wurzel dann auch zur Bezeichnung des Eides, אלה, werden, der | nach jüdischem Begriffe nicht eine bloße Appellation an die Gottheit, sondern eine wirkliche Unterstellung der ganzen sichtbaren Welt des j Schwörenden unter die Machtentscheidung des Weltgebieters, (eine Anschauung, die auch in dem Worte השבע ihren Ausdruck findet, siehe Jesch.V. 19) und des Fluches, in welchem sich die den Meinetdigen vernichtende Macht des Weltgebieters bekundet. יחחנאלחו ,אלח, j נתעב ונאלח, ist wohl nur die verstärkte Form von אלח und heißt im נפעל dem Fluche verfallen sein. — Bezeichnend ist die Bemerkung 1 unserer ה^ל, daß es nicht heiße אלרי' ברא בראשית, sondern בראשית ב' א׳• Wie wir hier den GotteSnamen aus אלח erfassen zu können glauben, kann Gott nur nach Erschaffung der Welt 'אלדי genannt werden, da dieses eben seine Beziehung zu dieser Welt bedeutet. So heißt es: der Gott, den wir jetzt als Gebieter der Welt erblicken, der ist eS auch, aus dessen allmächtigem Willen diese Welt erst hervorgegangen. j את, Wurzel אות wie aus אותי, אותך u. s. w. ersichtlich, אות verwandt mit אור יאור eine Handhabe, ein Hebel, die Vermittelung einer Wirkung, daher אור, die Feuerkrücke, ein Holz zum Feuerschüren. אורות die Veranlassungen, daher על אורות. Daher vielleicht auch איר, der Vermittler des Regens, der von der Erde aufsteigende Dunst. אות die Vermittlung einer Erkenntuiß, ein Zeichen, das nicht der Gegenstand selbst ist, aber auf ihn hinführt. Das ist nun aber auch sofort die Akkusativ-Partikel את, die den Gegenstand in allen j denjenigen Momenten, seinen Merkmalen, seinen Wirkungen, seinen Beziehungen u. s. w. vergegenwärtigt, in welchen sich das Wesen | desselben äußert, in welchen er zu erkennen ist, die somit gleichsam 1 sein Zeichen, die Vermittlung seiner Erkenntniß sind. Es ist eine ,! tiefe Eigenthümlichkeit des jüdischen Sprachgedankens, diese Partikel nur beim Akkusativ, dem Objekte, nicht aber beim Nominativ, dem Subjekte, zu gebrauchen. DaS Objekt fasst den Gegenstand vom ל Standpunkt des Subjekts auf, von dem eine Wirkung aus ihn aus- H geht, somit also, wie der Gegenstand in der Anschauung eines An- 1 dern erscheint. Nun ist aber daS Wesen der Dinge jedem Andern i völlig verschleiert, unfassbar. Wir kennen die Dinge nur in ihren jj אותות und durch dieselben, in ihren Wirkungen, in welchen sich ihre ו