Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1865)
- Article
- Beiträge zum Verständnis der ersten Blätter des Pentateuch
- Date
- 1865-02-01
- Page
- 145 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2932754-2932947-2932953-2949231--09353-2949251- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ersten Blätter des Pentateuch. 145 'אלקי. Der Wurzel אלה begegnen wir in dem Pron. äemonstr. plur. אלה, diese. Der demonstrative Pluralgedanke: ״diese" fasst aber immer eine gegenüberstehende Vielheit in irgend eine Einheit znsammen, Und so dürfte, während אלה allgemein auf die sichtbare Welt- Vielheit htnweist, der Gottesname אלוד den Einen bezeichne», dessen Macht und Wille diese Vielheit in eine Einheit zusammenfafft, durch den eben, durch die Beziehung Aller zu Ihm, dem Einen, diese Vielheit eine Einheit, ein Ganzes, Eine Welt wird. Daher heißt 'אלוד ganz eigentlich Welt-Machthaber, -Ordner, -Gesetzgeber, -Richter, מרח הרץ. Daher heißen auch die Ordner, Gesetzgeber, Richter einer Menschen-Vtelheit, einer kleinen Menschen-Welt: אלהים. Dem Hetdenthume zerfiel auch die Welt überhaupt in viele Erscheinungsgruppen und Kreise, deren jeglicher und jeglichem ein mit besonder» Machtattributen ausgestatteter Machthaber Vorstand. Es war dies eine reine Consequenz des obengedachten Grundirrthums von 6er Urewigkeit des Weltstoffes mit der Gebundenheit der weltgestaltenden Gottheit, die somit zur Unfreiheit einer Naturkraft herabsank, die keine Gegensätze und grundverschiedene Erscheinungen erzeugen kann. Einer Welt voller Gegensätze und grundverschiedener Erscheinungen mußten somit ebenso viele Gottheiten zu Grunde liegen, ebenso viele אלהים vorstehe», als es Gruppen und Kreise entgegengesetzter und verschiedener Erscheinungen gibt. Das Judenthum nimmt die ganze Machtfülle aller dieser vermeintlichen vielen אלהים und überträgt sie ausschließlich dem Einen Einzigen, indem es Ihn אלדים nennt, und schon diese bloße Vereinigung aller dieser heidnisch gesonderten Machtattribute in dem Einen Einzigen hebt den Einen Einzigen Gott des Judenthums über die Vorstellung einer bloßen Naturkrast hoch empor, da nur aus dem freien allmächtigen, die verschiedenstcn Gegensätze zu einem Einzigen Weltzwecke einigenden, Wtllen eines Einzigen eine Welt voller gegensätzlicher Erscheinungen hervorgegangen sein kann. Die Pluralsorm zur Bezeichnung einer in Einer Persönlichkeit vereinigten Machtfülle ist übrigens in Ausdrücken der Herrschaft und Macht der hebr. Spräche ohnehin nicht fremd, wie בעלים ,ארמה. Sie bezeichnen überall einen Einzigen, der alle die verschiedenen Machtattribute in sich vereinigt, welche über irgend ein Objekt gebieten, dem somit dieses Objekt in allen Beziehungen, somit ganz untersteht. Von diesem der Wurzel אלה innewohnenden