Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1865)
- Article
- Beiträge zum Verständnis der ersten Blätter des Pentateuch
- Date
- 1865-02-01
- Page
- 142 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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142 Beiträge zum Verständniß der Himmel und die Erde nur aus dem Schaffen Gottes hervorgegangen. Es ist damit die Schöpfung aus Nichts, יש מאץ, constatirt, | eine Wahrheit, die den Grundstein des Bewußtseins bildet, welches j die Lehre Gottes uns aufbauen will. Das Gegentheil, die Urewig- I feit deS Weltstoffes, die den Schöpfer nur als den gestaltenden Bildf ner zuläßt und die ebenso den Grundstein des heidnischen Bewußt«! seinS bis auf den heutigen Tag bildet, ist nicht nur eine metaphyj sische Lüge, die den cosmogonischen Vorstellungen der Menschen die j Wahrheit, d. h. die Uebereinstimmung mit der Wirklichkeit geraubt: ך ste ist die noch wett verderblichere, alle Sittlichkeit untergrabende Leugnung aller Freiheit in Gott und im Menschen. War dem Weltbildner der Stoff gegeben, so konnte er aus dem gegebenen Stoff nicht!Z die absolut gute, sondern nur die relativ beste Welt gestalten. MeS i physische und sittliche Uebel liegt unabwendbar in der Mangelhaftig- | feit deS Stoffes. Gott selbst kann die Welt weder vom physischen | noch vom sittlichen Uebel erlösen. Der Mensch kann eben so wenig |j Herr seines Leibes werden, wie Gott nicht Herr des Weltstoffes. Die |j Freiheit ist aus der Welt geschwunden, eine blinde, trostlose Noth- | Wendigkeit gebietet über die Welt sammt ihrem Gott und dem Men- | schen. Diese trostlose Nacht des Gott-, Welt- und Menschenbewußt-!j seins verscheucht sofort das erste Wort der Gotteslehre, von dem es K in Wahrheit heißt: ״בראשית ברא אלקי'!״ .פחח דברך יאיר hiermit | steht und fällt alles folgende. Alles, Stoff und Form alles Seien- | den ist aus dem freien allmächtigen Schöpferwillen hervorgegangen. |j Frei steht und waltet noch heute der Schöpfer über Stoff und Form ij aller Wesen, über die Kräfte, die im Stoffe wirken, über die Ge-!s setze nach welchen sie wirken, und über die Formen, die ste gestalten; J denn sein freier, allmächtiger Wille hat ja den Stoff geschaffen, ihm | diese Kräfte einverleibt, diesen die Gesetze gesetzt, nach welchen sie ß die Formen gestalten, und wie Er frei über seine Welt gebietet, so 1 konnte Er auch dem Menschen, dem Er einen Funken seines freien Wesens eingehaucht, mit diesem Funken die Freiheit über seine kleine « Welt, die Freiheit über den Leib und dessen Kräfte verleihen und , ihn zum freien Ebenbilde des freien Gottes in die von Seiner Allmacht beherrschte Welt dahin stellen. Die בראשית von Gott erschasn jene Welt ist nicht die möglichst beste, sondern die einzig gute; sie | entspricht mit allen ihren scheinbaren Uebeln dem Weisheitsplane |