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Jeschurun · 1865-01-01 · Heft 4 (Januar 1865) · p. 118

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1864-1865)
Issue
Heft 4 (Januar 1865)
Article
Zur Falaschahfrage
Date
1865-01-01
Page
118 (sequence 3)
Language
German
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118 Zur Falaschahfrage. vielfach nützlich gewesen und haben ihm.sogar Kanonen gegossen. Das Alles hat ihnen aber nichts geholfen. Am 13. November er- :i: schien ein hoher Würdenträger, Ras Hailu, in Gaffat, und mit ihm § kamen ein haar tausend Soldaten. Der Vorstand der Station, Mis-! 5 sionär Flad, war abwesend. Ras Hailu ließ ohne Weiteres Frau y Flad, deren Kinder und alle zur Mission gehörenden Leute binden und nach Gondar bringen; dorthin wurden auch Rosenthal und h Hausmann abgeführt. Die Soldaten zerstörten das Haus und stahlen Alles, dessen sic habhaft werden konnten, und zwangen dann einen Missionär und Frau Flad, die Orgel zu spielen I und einen Psalm zu singen. i; Unterwegs wurden die Gefangenen arg mißhandelt, sogar die sz zwei kranken Kinder der Frau Flad. Zn Gondar wurden sie alle!ß vor Theodor geführt, der sehr wüthend war und Herrn Rosenthal! s mit der Frage anfnhr:! j ״Kannst du Lanze und Schwert führen und dich mit einem u meiner Krieger messen?" i ״Nein." r ״Wenn du nicht einmal das kannst, weßhalb beleidigst du mich denn?" Rosenthal erklärte, daß ihm dergleichen nicht in den Sinn gekommen sei, das half aber nichts; er wurde mit Ketten beladen.! Die deutschen Missionäre von der Station wurden nach einigen; Tagen im Gefängnisse milder behandelt, Stern und Rosenthal aber j; desto schlimmer. Man ließ sie hungern, und ein Diener starb aus Mangel an Nahrung. Inzwischen kam Herr Flad nach Gondar, richtete aber beim Könige weiter nichts aus, als daß Rosenthals Gattin Besuch von Frau Flad erhalten durfte. Am 20. November ließ der König unter freiem Himmel Gericht halten, mehrere tausend Zuschauer hatten sich versammelt, und!, alle in Gondar anwesenden Europäer waren eingeladen worden. F Das Volk bildete einen weiten Halbkreis, und der König saß, umj geben von seinen höchsten Würdenträgern, auf einem großen Gerüste.!j Rosenthal und Stern, die man an den Armen zusammen gebunden ) hatte, wurden vorgeführt, beladen mit allem Schmutz des Gesangnisses und in äußerst erschöpftem Zustande, halbverhungert. Auch Frau Flad wurde angeklagt, weil sie, angeblich in respektwidrtgen j

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