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Jeschurun · 1865-01-01 · Heft 4 (Januar 1865) · p. 119

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1864-1865)
Issue
Heft 4 (Januar 1865)
Article
Zur Falaschahfrage
Date
1865-01-01
Page
119 (sequence 4)
Language
German
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Zur Falaschahfrage. 119 Ausdrücken von Theodor gesprochen habe; der König begnadigte sie, weil ihr Mann sein Freund sei. Unter Sterns Papieren war ein Stück von einem Tagebuche gesunden worden; es heißt darin, daß der König mit kaltem Blut eine Anzahl gefangener Rebellen habe niederhanen lassen. Darin sah man ein Verbrechen, und Rosenthal wurde als Theilnehmer desselben angesehen. Demgemäß wurde dann die Anklage gestellt und aus dem Fetha Regest, dem abessintschen Gesetzbuch, eine Stelle verlesen, in Folge welcher der mit dem Tode bestraft werden solle, der den König beleidigt. Theodor besprach sich mit den Würdenträger», ob in vorliegendem Falle das Gesetz Anwendung finden solle. Ein Beamter, der das verneinte, wurde sofort in Ketten gelegt. Die Todesstrafe wurde indeß nicht ausgesprochen; Stern und Rosenthal wurden ins Gefängniß zurück gebracht und dort nahm man ihnen sogar die Ketten ab. Das öffentliche Schauspiel, bei wel- Hem der König seine Macht zeigen wollte, hatte wohl den Halbbarbaren etwas besänftigt. Missionär Hausmann war auch in Haft gehalten worden, bekam aber nach dem Urtheilsspruch die Erlaubniß, das Land zu verlassen, und ging nach Chartum, von wo aus er einen Bericht über diese tragischen Vorgänge an den englischen Generalconsnl in Kairo eingeschickt hat. Dieser reklamirte sofort bei Theodor und forderte die Freigebung der Gefangenen, weil sie englische Unterthanen oder doch Schutzbefohlene seien. Der König ist aber jetzt den Engländern nicht gewogen, weil sie, wie er meint, nicht zuvorkommend genug gegen ihn seien. — Seitdem Hausmann seinen Brief geschrieben, ist die Nachricht nach Europa gelangt, daß Theodor nun auch den englischen Konsul Cameron in Gondar habe einsperren lassen. Dadurch wird er sich ohne Zweifel manche Verlegenheiten zuziehen. Was nun die Falaschah's selbst betrifft, so heben wir Einiges aus dem von Stern nach seiner ersten Reise veröffentlichten Buche, aus welchem sich Auszüge im ״Athenäum" No. 1837 und danach im ״Globus" befanden, hervor. Vorausschicken wollen wir, daß seine Nachrichten wohl für die Entscheidung der Frage ob die Falaschas in der Thar Juden sind oder nicht, nur mit Vorsicht ausgenommen wer- 8*

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