Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1865)
- Article
- R. David Nieto's Begründung der Tradition
- Date
- 1865-01-01
- Page
- 114 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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114 G. David Nieto's Begründung der Tradition. man zugestehe», daß Esra und seine Genossen die Kinder der Nicht- Minnen darum entfernten, weil sie eine Tradition hatten, durch die sie sich hiezu verpflichtet sahen. Hiedurch ist die Existenz mündlicher dem schriftlichen Gesetze vollkommen gleichstehendcr Satzungen bewiesen, hinsichtlich welcher sich in der schriftlichen Thora deiner Mcinnng nach nicht einmal eine leise Andeutung befindet, da Esra und seine Zeitgenossen in Bezug auf die Entfernung der nichtjüdischen Frauen und der von ihnen geborenen Kinder den Ausdruck: ״nach dem Gotteögesetze soll geschehen" gebrauchten. K. Ich muß dir betstimmen; ich horte aber, daß die Traditionsleugner behaupten, daß mit dem ibrischen Knechte, dessen die Thora erwähnt, nicht ein Jsraelite sondern ein von Jsmael, Kettnra oder Esau abstammendcr Nachkomme Abrahams gemeint sei, und wenn es sich wirklich so verhält, so wäre mit deiner ganzen Auseinandersetzung nichts bewiesen. CH. R. Abraham Jbn Esra hat bereits in seinem Thorakommentare zu 2. B. M. 21, 2 diese Ansicht im Namen der Traditionsleugner erwähnt, dieselbe aber schlagend widerlegt, indem er daran erinnerte, daß, wenn der Name Zbri nur die nichtjüdischen Nachkommen Abrahams bezeichnen würde, der Prophet Jona Sohn Amittai's ebenfalls kein Jsraelite gewesen wäre, da Jona (1, 9) zu den Seeleuten sagte: ״Ein Jbri bin ich." In Elis Zeiten sagten die Pelischtim zu einander (1. B. Samuel 4, 8): ״Haltet euch tapfer ״und werdet Männer, Pelischtim, daß ihr nicht Knechte werdet der ״Jbrime, wie sie euch Knechte waren." Selbst den Karäern fällt aber nicht bei, daran zu zweifeln, daß dieser Ansspruch der Pelischtim sich auf die Kinder Jisraels bezieht. Ferner sagte Jcremija (34, 9) ״daß ein Jeglicher frei entlasse seinen Knecht und seine ״Magd, den Jbri, die Ebräerin, daß Keiner unter ihnen einen Je- ״hudi, seinen Bruder, als Knecht im Dienste halte." In dieser Schriftsteüe ist durch die Worte ״mit einem Jehudt seinem Bruder" deutlich gezeigt, daß der Ausdruck Jbri einen Juden bezeichnet. Ferner heißt eS (3. B. M. 25, 39. 40): ״Wenn dein Bruder bei dir ״verarmt und sich dir verkauft — — bis zum Jobeljahre diene er ״dir." Wenn nun mit dem ibrischen Knechte ein Nachkomme Jsmaels, Kettura's oder Esau's gemeint wäre, so hätte derselbe einen Vorzug vor dem israelitischen Knechte, da der ibrische Knecht nur