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Jeschurun · 1865-01-01 · Heft 4 (Januar 1865) · p. 111

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1864-1865)
Issue
Heft 4 (Januar 1865)
Article
R. David Nieto's Begründung der Tradition
Date
1865-01-01
Page
111 (sequence 11)
Language
German
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Uebersetzt und durch Anmerkungen erläutert von Dr. Gugenheimer. 111 ״Kindern ihrem Herrn, und er geht aus für seine Person." Hieraus geht hervor, daß die von einer Sklavin oder Nichtjüdtn geborenen Kinder nicht als zur Nachkommenschaft eines israelitischen Vaters gehörend zu betrachten sind*). K. Dieß ist eine Erklärung unserer Weisen, die sie aus dem Schriftverse 5. B. M. 7, 4 dcduzirten, wo es heißt: ״Denn er wird abfällig machen deinen Sohn von mir;" aus dem hier Vorkommenden Worte ״deinen Sohn" folgerten unsere Weisen, daß das von einer Sklavin oder Nichtjüdin geborene Kind nicht als dein, sondern als ihr Kind zu betrachten ist, nicht zur jüdischen Gemeinschaft sonbern zur Nationalität seiner Mutter gehört; diese Erklärung liegt aber dem einfachen Wortsinnc fern. **) Da dir nun wohl bekannt ist, daß ein derartiger Beweis die Traditionslcugner nicht überführen kann, mußt du zn ihrer Widerlegung einen andern Weg einschlagen. CH. Ich weiß wohl, mein Herr! daß man den Traditionslengnern nicht mit den Erklärungen unserer Weise» entgegnen kann; aber Alle geben zu, daß der eben erwähnte Schriftvers ״die Frau ״bleibe nebst ihren Kindern ihrem Herrn" sich auf eine Sklavin besteht; und zwar was für eine Sklavin? Auf eine ibrische kann er sich nicht beziehen, weil cS in der Schrift (5. B. M. 15, 12) heißt: ״Wenn sich dir verkauft dein Bruder der Zbrt oder die Eb- ״räerin, so soll er beizdir sechs Jahre dienen, und im siebenten Jahre *) Dieser Satz wird auch JeLamot 23 a., Kiddnschin 68 b., durch die hier erwähnte Schriftstelle bewiesen. **) Obgleich diese Jebamot 17 a. und an den oben angeführten Talmudstellen sich befindende Erklärung bei einer oberflächlichen Betrachtung dem einfachen Wortlaute fern zu liegen scheint, geht dennoch sowohl aus der Erörterung Naschi's z. St., wonach die Worte: ״er wird abfällig machen" sich auf die Verbindung einer Jüdin mit einem Nichtjnden, als aus der Interpretation des R. Tam (Tosaphot zu Jeb. 17 a. :ד״ה ואין בנך הס und zu Kidd. 68 b. ד״ה בנך הבא), wonach jene Worte sich auf die Verbindung eines Juden mit einer Nichtjüdin beziehen, hervor, daß die im Talmud ausgestellte Erklärung, daß nur die von einer Jüdin geborenen Kinder als durch ihre Geburt der Judenheit angehörig betrachtet werden können, im Schriftworte begründet ist, worauf auch die in פרישה zu Tur Jore Deah 266 hinsichtlich der von einer Nichtjüdin geborenen Kinder ausgesprochene Entscheidung beruht.

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