Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1865)
- Article
- R. David Nieto's Begründung der Tradition
- Date
- 1865-01-01
- Page
- 102 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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102 R. David Nieto's Begründung der Tradition. uns und den Traditionsleugnern, da diese behaupten, daß wir nur für diejenigen Gebote, welche in der Thora gar nicht erklärt und uns daher ganz dunkel sind, einer Ueberliefcrnng bedürfen, wie z. B. für das Gebot der Veschneidnng, für die Frage, ob in der Thora Sonnen- oder Mondmonate gemeint sind? welche Frucht der AuSdruck ״Frucht vom Baume Hadar (3. B. M. 23, 40) bezeichnet? u. dgl.; wir aber behaupten, daß man fast für die ganze schriftliche Lehre der mündlichen Gottesoffenbarung bedarf, und daß ohne die von Gott der Mündlichkeit anvertraute Lehre, das Verständniß des schriftlichen Gesetzes eine Unmöglichkeit wäre. Ich werde dir, um dieß zu beweisen, einige ganz klare und deutliche Gebote anführen, die Bestimmungen in sich fassen, auf die man unmöglich hätte kommen können, wenn sie nicht ausdrücklich in der Bibel erwähnt wären. K. Ich werde m!t Aufmerksamkeit anhörcn, was dir Gott eingeben wird. CH. In der Thora (5. B. M. 7, 1. 3. 4) heißt es: ״Wenn ״dich Gott, dein Gott, in das Land bringen wird, Wohindu kom- ״men wirst, es in Besitz zu nehmen, und viele Völker vor dir ans- ״treibt, den Ehitti und den Girgaschi und den Gmorie und den ״Kenaani und den Perisi und den Chiwi und den Jcbusi, sieben ״Völker, die größer und stärker sind als du — — so darfst du ״dich nicht mit ihnen verschwägern, deine Tochter darfst du nicht ״geben seinem Sohne, und seine Tochter darfst du nicht nehmen ״deinem Sohne; denn er wird deinen Sohn mir abfällig machen, ״und sie werden fremden Göttern diene!!." Zn dieser Stelle'sch c int blos mit jenen siebe» Völkern, aber mit keiner andern Nation die Ehe verboten zu sein; es ist dies auch ein klares und deutliches Verbot, dessen Wortlaut nichts Unbestinnntes und Zweifelhaftes enthält. Von Schelomo heißt es aber (1. B. Kon. 11, 1. 2) ״Und ״der König Schelomo liebte viele ausländische Weiber neben der ״Tochter Pharao's: solche von Moab, Ammon, Edom, Ztdon, Chitti, ״von den Völkern, von denen Gott gesprochen zu den Kindern Js- ״raeks: Ihr sollt nicht kommen unter sie und sie sollen nicht kom- ״men unter euch; gewiß sie würden eure Herzen nach ihren Göt- ״tern neigen." In dieser Schriftstelle sind sechs Nationen erwähnt, unter denen aber nur zwei, nämlich die von Zidon und Chtti zu den