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Jeschurun · 1864-12-01 · Heft 3 (Dezember 1864) · p. 85

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1864-1865)
Issue
Heft 3 (Dezember 1864)
Article
Aus der Wiener Cultus-Gemeinde 5624 [Rezension]
Date
1864-12-01
Page
85 (sequence 9)
Language
German
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86 Aus der Wiener Cultus-Gemeinde 6624 rc. Rathschläge — die natürlich befolgt werden müßten, da jeder Jude .Recht hat — zum Besten gibt." Wieder eine treue Copie oder vielmehr ein elendes Plagiat aus Eisenmengers ״Entdecktes Judenthum" oder aus Schud^s ״Jüdische Denkwürdigkeiten." , S. 70. ״Unser Geld hat ihr frommer Sinn nie für unjübtsch erklärt; unsere Tempel sind wohl unrein, heidnisch, götzendienerisch, unsere Prediger Abtrünnige, Ketzer, schlechte Patrioten, die nicht einmal dem Staate eine Million schenken wollen, um die Finanzen und das Judenthmn zu retten — unser Geld aber ist koscher, jüdisch, darf selbst, vom frommsten Rabbiner an unserm Feste gebraucht werden." Solche übcrstandene, anekelnde Geistcskost tischt ein jüdischer Reformprediger seiner andächtigen Zuhörerschaft auf zu deren Belehrung — und Erbauung. Kann die elendeste Klatschbase am Spinnrocken, das ordinärste Gemüseweib in der Marktbude, niedriger, pöbelhafter, giftiger schelten und schimpfen?! — Wahrlich diese Zeitpredigten haben den Kulminationspunkt der Schamlosigkeit erreicht!מצה אשה זונה הי' לך מאנת הכלם. Jndeß bereitet uns diese alle Grenzen übersteigende Berserkerwuth des schäumenden Herrn Predigers einen wahren Hochgenuß. Dieser liebenswürdige Mensch ärgert sich darüber, daß die Wiener Judengemeinde den bedrängten orthodoxen Juden ihren Säckel öffnet, das ist unbedingt sehr human und löblich, ganz wie es von Jellinek zu erwarten ist, allein warum spricht er: ״unser Geld"? Meines Wissens gehört er doch zu den Nehmenden, nicht zu den Geben den. und ein Cabalahheld seines Calibers sollte füglich den gewaltigen Unterschied zwischen משפיע״" und *מקבל השפע" kennen. ־-־ S. 74 predigt Herr Jellinek einen wahren Feldzug gegen die Orthodoxie und fordert die Häupter seiner Gemeinde auf, ja nicht schwach und schlaff zu sein, wo es gilt die Regungen der Orthodoxie zu unterdrücken, deren Anstalten zu zerstören und deren Bestehen zu untergraben. Dabei ist der Miethling seiner; Gemeinde,egenüber den Häuptern derselben schmeichlerisch bis zur Niedrigkeit necherisch bis zur Servilitat, speichelleckerisch bis zum Ekel. Da kehrt er heraus das ureigentliche Domestikenwesen, die knechtische המשעבדים Natur, würdig eines שמש — vulgo Schameß — von echtem Schro und Korn, und für Leute dieses Metiers haben wir nur-- kalte Verachtung.׳

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