Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1864)
- Article
- Aus der Wiener Cultus-Gemeinde 5624 [Rezension]
- Date
- 1864-12-01
- Page
- 81 (sequence 5)
- Language
- German
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82 Aus der Wiener Cultus-Gemeinde 8624. rael in der Gegenwart vergessen und wessen es eingedenk -leiben soll, Geschichten ans dem Alterthume, dem Mittelalter und der neueste» Zeit." Der Verfasser tischt dann in fadester Weise einige langathmige, jedem Schuljungen bekannte Geschichten auf, und behauptet, daß sie alle von der Orthodoxie vergessen seien. Ob diese Behauptung wahr oder unwahr, darüber wollen wir nicht zu Gerichte sitzen, aber das steht bombenfest, daß das, was der Verfasser von der Orthodoxie vergessen hat, eine viel schwerere Verantwortung auf ihn ladet, als das, was, wie er behauptet, die Orthodoxie vergessen habe. S. 15. ״Gezwungen von der unerbittlichen Nothwcndigkeit unterwirft sich Israel einer einheitlichen Führung, ohne daß jeder Israelit, wie dies leicht zu befürchten war, seinen eigenen Kriegsplan vorgelcgt hatte." Ein schaler, abgeschmackter, judenfeindlichcr Witz, der sich selbst richtet und in seiner Schärfe und Prägnanz nicht erst beleuchtet werden muß. S. 20. ״Daß jeder fromme Jude einst ein gutes Stuck Liwjatan und ein Glas von jenem Weine erhalten wird, der so alt wie die Schöpfung, also von Anno Eins herrührt." Könnte ein Eiscnmcngcn, ein Schudt gehässiger und gemeiner sprechenl?— Das ganze vorliegende Machwerk ist voll von Anspielungen und Angriffen auf den noch immer lebenden Amalek, das finden wir ganz in der Ordnung, allein wie wagt es derjenige gegen Amalek zu Felde zu ziehen, der sich selbst, durch Schmähungen und Verlästerungen als ein ganz ebenbürtiger Amalek geberdet?! — .מהרסיך ומחריביך ממך יצאו S. 24 spricht der Verfasser mit besonderer Emphase von seinem segensreiche» Mannesalter, und fragt die Zuhörer was mit ihm geschehen werde wenn sein Haar gebleicht, sein Auge getrübt, sein Arm geschwächt und sein Körper ermattet sein wird. Mit tiefer Bewegung und gehobenem Pathos: ״Und was dann? was dann?" Wir könnten ihm diese Frage leicht beantworten, allein wir sind zusehr gerührt von seinen ergreifenden Worten und entrathen aller Sammlung und ruhigen Geinüthsfaffung. Du sudiims au 1-idi— cule il n’y a qu’un pas. — S. 36 und 37 nennt der Verfasser die Orthodoxie: Genossen Nadab's und Abihu's, welche fremdes Feuer in daS Heiltgthnm Gottes bringen und die Reformer: Jünger des Propheten Elias,