Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1864)
- Article
- Aus der Wiener Cultus-Gemeinde 5624 [Rezension]
- Date
- 1864-12-01
- Page
- 79 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2932754-2932947-2932951-2949109--09260-2949135- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
80 Aus der Wiener Cultus-GemeinLe 5624. überhaupt einen glücklichen Instinkt, um zwischen dem Unsinne und dem Unrechte — zu wählen. S. 5. ״Weil es" Israel — ״bet seiner verhältnißmäßig geringen Anzahl nur dadurch die Kraft zum Widerstande gegen feindliche Angriffe und die Ausdauer zur Erfüllung seiner weltgeschichtltchen Sendung erlangen kann." Was ist denn eigentlich die weltgeschichtliche Sendung Israels? Wodurch unterscheidet sich Israels Weltsendung von der aller übrigen Nationen der Erde? ES muß einem denkenden Menschen als ein unbesiegbarer Widerspruch erscheinen, wenn man in einem Athemzuge von dem Monotheismus als von dem erschöpfenden Gesammtinhalte des Judenthums und von einer ausschließlichen welthistorischen Mission deS Judenthums spricht. — Die Gottgläubigkeit implictrt durchaus keinen besondcrn jüdischen Berus; man kann, um an Gott zu glauben, füglich Christ und Mohamedaner sein. — S. 7 ruft der Verfasser dem gesetzeötreuen Judenthum den thalmudischen Spruch: *אל תפרוש מ! הצבור als Mahnung zu. Ist das kindliche Naivität, heilige Einfalt oder Verschmitztheit und Finesse.? — כל הפוסל במומו פוסל Die sich gegen die ganze positive Religion auflehnende, alles Altehrwürdige, durch Geschichte und Ueberlieferung Sanctiontrte verhöhnende, alles von Jahrtausenden her der ganzen jüdischen Nation Nnverbrüchlichheilige mit Füßen tretende Reformrichtung, spricht zn dem auf geschichtlichem Boden wurzelnden, das Bestehende aufrecht erhaltenden Judenthume: ״Trenne dich nicht von der israelitischen Gesammtheit!" Wahrlich das ist eine tragikomische Erscheinung, — S. 8 erklärt der Verfasser den Satz des Rabbi Simon ben Zemach Dura» ״ :התורה לא תכריחנו להאמין דעת כוזבDie Thora fordert keineswegs zum Aberglauben auf" durch folgende Paraphrase: Das Judenthum lähmt nicht durch Glaubensformeln die geistige Schwungkraft seiner Bekenner, gestattet ihr jede freie Bewegung, welche eine Mannigfaltigkeit der Ansichten möglich macht. — Heißt das nicht, der Wahrheit keck in's Gisicht schlagen, mit ihr ein freches Spiel treiben? Bald darauf wird erwähnter Rabbi Simon wieder als Gewährsmann cttirt. Seine Behauptung נ׳ עיקרים הס אבות לכולן והם האמונה באלקות והאמונה בחורה והאמונה בגמול soll die Judenthumsdefinttivn Jcllineks rechtfertigen. Ist das wirklich der