Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1864)
- Article
- Das jüdische Weib
- Date
- 1864-12-01
- Page
- 71 (sequence 4)
- Language
- German
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72 Das jüdische Weib deren Befriedigung die Männer selbst auf fernen Akademien suchten, willig selbst die zeitweilige Trennung von ihrem Gatten zum Opfer brachten, (Sota 20. Berachoth 17.) So ward auch On ben Peleth durch die verständige Zusprache seines Weibes gerettet, wie Korachnur durch den Ehrgeiz seines Weibes zu Grunde ging (Sanhedrin 110). So leuchtet auch nicht ein Vater, sondern eine Mutter mit ihren sieben Söhnen in Märtyrerglorie ewigen Nationalgcdächtnisses (Echa Rabbathi), und so blickt das Wort der Weisen immer auf die Naschtm Zidkanioth hin, die in Mizrajtm den Geist der Männer aufrecht hielten, die beim Egel nicht in die Verirrung der Männer sich hineinreisien ließen, die von je und je die Pflegerinnen und Retterinnen des jüdischen Geistes geworden, und denen auch darum eine größere Heileszuversicht als den Männern beschieden ist (Verachoth 17). Darum ist auch der Mann reich, der ein an Sitten und Thaten schönes Weib besitzt (Sabbath 25). Darum nannte auch ein Weiser sein Weib stets sein Haus (das. 118), darum bezeichnete die Volkssprache auch das Eheweib ohne Weiteres als die Trägerin des Hauses: דביתהו, darum begriffen auch die Weisen unter dem Ausdruck ״Haus" im göttlichen Gesetze zunächst das Weib (Joma 2 und sonst) und darum stirbt auch der Mann nur seinem Weibe und das Weib -nur ihrem Manne (Sanhedrin 22). Wer seine erste Frau durch den Tod verliert, dem ist es als hätte er die Zerstörung des Tempels erlebt, um den wird die Welt düster, dessen Schritte werden kleiner, dessen Vorhaben hinfällig (Sanhedrin 22). In nichts sorgfältiger und rciilercr Gesinnung soll daher der Mann sein als in der Wahl seines Weibes. Mancher nimmt ein Weib aus Sinnlichkeit, Mancher aus Habsucht, Mancher aus Ehrsucht, Mancher in reiner, gottgefälliger Absicht. Wer aus Sinnlichkeit heirathet, mag ungehorsame und widerspenstige Kinder erwarten. Dem Kapitel über das aus der Schlacht heinigeführte Weib folgt bald das über den ungerathcnen Sohn. — Heirathet Einer um's Geld, wird er am Ende iu dürftige Abhängigkeit versinken. Eli's Söhne, die ihrem habsüchtigen Sinne gemäß Frauen genommen hatten, ereilte das Geschick, daß, was nur von ihrem Hause übrig blieb, sich um den Lohn eines Geldstückes und eines Laib Brodeö vor Andern erniedrigen mußte. — Wer aus Ehrsucht eine Frau nimmt, aus deren Familie erwächst einst Untergang seinen Nachkommen.