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Jeschurun · 1864-11-01 · Heft 2 (November 1864) · p. 58

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1864-1865)
Issue
Heft 2 (November 1864)
Article
Höchstwichtiger Aufruf an alle meine Glaubensgenossen
Date
1864-11-01
Page
58 (sequence 3)
Language
German
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58 Höchstwichtiger Aufruf an alle meine Glaubensgenossen, len Setten dasselbe Resultat argumenttrt. Einer meiner Freunde hat es übernommen in einer deutsch geschriebenen Broschüre (die obige ist selbstverständlich französisch geschrieben) dieses erste und entscheidende Postulat der Oeffentlichkeit zuzusühren. Außerdem habe ich in Jerusalem Erkundigungen über diesen Punkt eingezvgcn und theile in Folgendem in größter Kürze die Resultate mit, welche von der vielleicht sichersten Quelle, nämlich dem geistlichen Oberhaupte der abhssintschen Christen Namens Jtschach ben Michael geliefert sind. Die abyssinischen Juden, die sogenannten Falaschas, bekennen sich mit Ostentation bei jeder Gelegenheit als Juden, es giebt deren weiße und schwarze. Die Sprache derselben ist die amharische; nach seiner Meinung sprächen zwar die Gelehrten noch eine andere Sprache unter sich, aber es gäbe ihrer sehr wenige. Dieselben halten שבת und מועדות aber weniger nach ältester Tradition als weil das ganze schriftliche Gesetz wenngleich nur in amharischer Sprache noch in ihren Händen, so daß sich auch die Christen von ihnen das Gesetz interprctiren lassen. Nach einer andern durch Vermittelung eines Freundes in Jerusalem mir gewordenen Aeußerung eines getauften Juden, welcher selbst dort früher als Missionär gewirkt, hätten wir als Jehudtm wett mehr Hoffnung, unsere Bemühungen mit Erfolg gekrönt zu sehen, als christliche Missionäre, weil sich die Falaschas zu uns hingezogen fühlen und uns sehnsüchtig erwarten. Durch alle diese Nachrichten wird sicherlich jeder Leser schon jetzt die Frage über den Ursprung der Falaschas als erledigt und die Zeit für unsere thätigste Theilnahme gekommen erkennen. ad. II. Ueber diese ebenfalls sehr ernste Frage habe ich mich sofort nachdem die im Eingang erwähnten Jammernachrichten uns alle aufgerüttelt, an die so renommirte und einflußreiche ״Alliance israelite universelle“ gewendet um deren Rath und Unterstützung bittend. Dieselbe hat in Bezug auf Letzteres mit gewohnter Bereit- Willigkeit und Freudigkeit alles in ihrer Kraft Stehende offerirt, hat aber in Bezug auf Ersteres auch die Nothwendtgkcit nachdrücklichst betont, durch Vermittelung der hohen europäischen Regierungen für diese unsere Missionäre den nothwendigen Schutz gegen den Fanattsmus der dortigen Bevölkerung, ja der dortigen Regierung selbst bei der letzteren zu erwirken, weil sonst solche Mission allerdings nicht ohne Lebensgefahr unternommen werden kann.

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