Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 2 (November 1864)
- Article
- Höchstwichtiger Aufruf an alle meine Glaubensgenossen
- Date
- 1864-11-01
- Page
- 57 (sequence 2)
- Language
- German
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Höchstwichtiger Aufruf an alle meine Glaubensgenossen. 57 Anfrage an das erste Bethdin in Jerusalem gerichtet wurde ״ob cs denn wahr sei, daß der Moschiach wirklich schon gekommen sei." Für den Jammer eines solchen religiösen (?) Standpunktes von zwei- Malhunderttausend Juden hat meine Feder keinen Ausdruck, wahrscheinlich auch die eines jeden; es korrcspondirt aber damit zweifelsohne die Verpflichtung der ganzen Judenheit, diesen religiös und wohl auch sittlich Versinkenden zu Hülfe zu eilen; unbbaS כל ישראל ערבים זה לזה hat wohl noch niemals eine solche Betätigung gesordert als im vorliegenden Falle. Gleich mir hat gewiß anch Vielen meiner Glaubensgenossen dieses namenlose Elend (die Angehörigkeit dieser zweimalhundertsünfzigtansend zu uns einstweilen vorausgesetzt) Gewissensruhe und Schlaf geraubt; aber so sehr ich voraussctze, daß auch andere viel Edlere und Bessere Vorbereitung zur Ermöglichung dieser unserer thätigcn Pflichterfüllung versucht, so habe doch auch ich mit einigen meiner Freunde nicht gerastet; und halte jetzt nach den folgenden Auseinandersetzungen bereits die Zeit für gekommen, kräftigst an's Werk zu gehen. Erwägungen resp. Nachforschungen dreierlei Art schienen uns für diese unaussprechlich große Sache besonders wesentlich: Erstens und selbstverständlich bei weitem die Hauptsache, ob wir es hier überhaupt mit Juden zu thun haben. Zweitens, ob eine etwa zu organistrende jüdische Mission wenngleich mit großen Gefahren doch wenigstens ohne die ultima ratio derselben, ohne Lebensgefahr dort wirksam sein könne. Drittens, ob diese Mission rückstchtlich der. Mittel überhaupt ausführbar sein werde. ad. I. Wohl hat man früher die Abstammung dieser Falaschas von uns in Zweifel gezogen und es gibt wohl noch jetzt einige wenige, welche dies noch jetzt thun. Aber abgesehen davon, daß wenigstcns bereits in der ersten Hälfte des sechszehnten Jahrhunderts der gewöhnlichen Zeitrechnung dieses außer Frage stand, indem im ררב״ז חש' ר׳י׳ם ein Rcchtsgutachten nach unser» traditionellen Prämissen au dieselben gerichtet ist, hat der so früh verstorbene gelehrte Phylolöge Luzatto sich im I. 1848 in d. ״Archives Jsraslites" durch eine Reihe von Artikeln, welche später in einer Broschüre separat aus- "gegeben wurden, eingehend mit dieser Frage beschäftigt und von vie-